Fear of being obsolete - Angst vor AI
"Fear of being obsolete" beschäftigt viele Arbeitnehmer:innen in Zeiten von AI.
© adobe stock photo/DmytroAI

Sorgen um den Job wegen KI

Österreichs Beschäftigte blicken deutlich skeptischer auf die Zukunft als Deutsche. KI verunsichert Beschäftigte: 44 % der österreichischen Beschäftigten fürchten um ihre berufliche Zukunft.

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant und stellt viele Beschäftigte vor die Frage, welche Rolle ihre Fähigkeiten künftig noch spielen. 44% der Befragten in Österreich befürchten laut dem neuen Hiring Trends Update von Stepstone, dass der eigene Job durch KI oder Automatisierung überflüssig werden könnte. Damit ist die Verunsicherung hierzulande deutlich stärker ausgeprägt als in Deutschland, wo 35 % diese Sorge teilen.

Die Angst, nicht mehr gebraucht zu werden wegen KI

Diese als „Fear of Becoming Obsolete“ (FOBO) bezeichnete Unsicherheit, geht für viele mit dem Druck einher, fachlich am Ball bleiben zu müssen: Drei von vier Beschäftigten (75 %) sehen sich gefordert, kontinuierlich neue Kompetenzen zu erwerben, um beruflich anschlussfähig zu bleiben.

Viele reagieren bereits aktiv auf diese Entwicklung: 85 % der Beschäftigten haben sich im vergangenen Jahr weitergebildet. Mehr als ein Drittel setze sich dabei konkret mit KI-Anwendungen aus. Weiterbildung wird damit für viele zu einer zentralen  Strategie, um die eigene Rolle im Arbeitsmarkt abzusichern.

„Gerade in Österreich erleben wir, dass die technologische Entwicklung viele Beschäftigte gleichzeitig fasziniert und verunsichert. KI eröffnet enorme Chancen, gleichzeitig sorgt sie aber auch für Unsicherheit. Umso wichtiger ist es, den Wandel als Möglichkeit zu begreifen, neue Kompetenzen aufzubauen. Die hohe Bereitschaft zur Weiterbildung zeigt, dass viele Menschen diesen Weg aktiv mitgehen wollen. Unternehmen sind jetzt gefordert, dafür die passenden Rahmenbedingungen und Lernangebote zu schaffen““, sagt Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von Stepstone Österreich.  

Unternehmen investieren – Beschäftigte wünschen sich dennoch mehr Unterstützung

Damit Beschäftigte diesen Wandel erfolgreich bewältigen können, braucht es allerdings auch passende Angebote in den Unternehmen. Hier zeigt sich noch Luft nach oben: Nur 50 % der Beschäftigten sagen, dass ihr Arbeitgeber echte Möglichkeiten bietet, neue Fähigkeiten zu erlernen. Im Vergleich zu Deutschland (40 %) sind österreichische Unternehmen zwar weiter, dennoch besteht deutlicher Nachholbedarf. Dies bestätigt auch die Arbeitgeberseite: Immerhin 66% der Personalverantwortlichen in Österreich geben an, dass die eigene Organisation aktiv in Weiterbildung oder Umschulung investiert, um künftigen Geschäftsanforderungen gerecht zu werden. In Deutschland liegt der Wert nur bei 52%. Dennoch geben auch in Österreich 69% der Beschäftigten an, dass sie sich sicherer fühlen würden, wenn ihr Arbeitgeber stärker in Weiterbildung und Umschulung investieren würde.

„Österreich steht vor der Aufgabe, die Chancen von KI zu nutzen und gleichzeitig die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen. Unsere Studie zeigt deutlich: Die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, ist da. Jetzt braucht es Unternehmen, die ihre Beschäftigten mit praxisnaher Weiterbildung unterstützen, Orientierung geben und ihnen ermöglichen, neue Technologien im Arbeitsalltag auszuprobieren. Wer heute in Kompetenzen investiert, stärkt seine Mitarbeitenden und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens sowie des Standorts Österreich“, sagt Nikolai Dürhammer.

Über die Studie Hiring Trends Update

Das Stepstone Hiring Trends Update Q2 2026 basiert auf einer Befragung von 483 Beschäftigten sowie 246 Personalverantwortlichen in Österreich (Feldphase: 23. April bis 21. Mai 2026). Die Studie beleuchtet den aktuellen Stand des Arbeitsmarkts aus beiden Perspektiven: von der Jobsuche und Wechselbereitschaft über Bewerbungserfahrungen und Weiterbildung bis hin zu Einstellungsprozessen und Recruiting-Herausforderungen. Die Kandidatenstichprobe ist repräsentativ für die österreichische Erwerbsbevölkerung nach Alter und Geschlecht. Die Datenerhebung wurde vom Stepstone Arbeitsmarktforschungsteam durchgeführt.