Voller Plenarsaal
Auch in diesem Jahr werden bei den Österreichischen Bautagen rund 150 Stakeholder der Bau- und Immobilienwirtschaft erwartet
© Jürg Christandl

Österreichische Bautage 2026: Produktiv bauen, Zukunft sichern

Österreichische Bautage 2026: Drei Tage lang diskutieren Bauindustrie, Baugewerbe, Planung, Hersteller und Forschung in Loipersdorf, wo der Bau Produktivität verliert und wie er sie zurückgewinnt. Das Programm verbindet Keynotes, Panel Talks, Workshops und Praxisvorträge mit viel Zeit für Austausch.

Unter dem Namen Österreichische Bautage 2026 lädt a3BAU von 10. bis 12. November 2026 ins Congress Center Loipersdorf. Das Leitthema „Produktiv bauen. Zukunft sichern.“ trifft einen wunden Punkt der Branche. Der Bedarf an Wohnbau, Sanierung und Infrastruktur steigt, gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Mehr Bauleistung mit weniger Menschen geht nur über höhere Produktivität. Wo die Hebel liegen, zeigen rund 40 Vortragende aus Bauunternehmen, Planung, Industrie und Forschung.

Österreichische Bautage 2026: Auftakt mit dem Startup-Abend

Den Auftakt macht am Dienstag, 10. November, der Startup-Abend „Innovation ohne Bullshit“. Drei Gründer- und Innovationsperspektiven zeigen, welche Ideen es vom Prototyp in den Bauablauf schaffen und woran sie oft scheitern. Wer mit dem Comfort-Ticket bucht, reist bereits am Nachmittag an, nutzt den Pre-Check-in und ist beim Get-together und beim gemeinsamen Abendessen dabei.

Bau in der Produktivitätsfalle

Der Mittwoch, 11. November, beginnt mit einer Provokation: Digitalpionierin Anitra Eggler erklärt in ihrer Eröffnungs-Keynote „Produktivität ist tot“ und zeigt, welche Erfolgsfaktoren im KI-Zeitalter zählen. Harald Kopececk, Geschäftsführer der Bauakademie OÖ und der Zukunftsagentur Bau, ordnet ein, warum Österreich bei der Produktivität als europäisches Schlusslicht gilt. Im anschließenden Panel Talk diskutieren Hubert Wetschnig (Habau Group), Hans-Peter Schöll (Schöll Bau), Manuel Eugster (Rhomberg Bau Holding) und Kopececk, was die Branche daran hindert, produktiver zu arbeiten.

Workshops und Impulse aus der Praxis

In zwei Workshop-Runden geht es in die Tiefe: neue Vertragsmodelle gegen Streit am Bau, BIM-Kollisionsprüfung, Lean und Taktplanung, KI im Baustellen-Backoffice, die Verbindung von BIM-Modell, Kalkulation und Baustelle sowie Smart Home. Sechs Kurzvorträge zeigen am Nachmittag, dass Produktivität nicht nur auf der Baustelle entsteht. Die Themen reichen vom Gebäudebetrieb über die Kreislaufwirtschaft vom Aushub zum Ziegel, Gebäudeautomation und mobile Energieversorgung auf der Baustelle bis zur Intralogistik und zu digitalen Mitarbeitern im Büro.

Robert Plomberger (Kompetenzzentrum Future Digital) geht danach der Frage nach, ob Digitalisierung tatsächlich der Produktivitätsturbo ist. Baumeister Anton Rieder, Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Bau, benennt, wo auf der Baustelle Zeit und Geld verloren gehen. Im Panel unter der Leitung von Vergaberechtsexperte Martin Schiefer geht es dann um die Produktivitätskiller am Bau – von Verträgen und Normen bis zu den Schnittstellen zwischen Planung und Ausführung.

Was der Bau vom Fußball lernen kann

Zum Abschluss des Tages wechselt die Perspektive. GAK-Geschäftsführer Lukas Kokail und Andreas Wolf, Geschäftsführer von Mapei Austria, sprechen darüber, wie klare Rollen und ein gutes Zusammenspiel die Leistung eines Teams steigern – auf dem Platz wie auf der Baustelle. Der Abend gehört dem Netzwerken: Nach dem Abendessen lädt das Weingut Ernst aus Deutschkreutz zur Weinverkostung.

Vorfertigung, Hybridbau und leistbares Wohnen

Am Donnerstag, 12. November, steht die Frage im Mittelpunkt, wie Bauen schneller und leistbarer wird. Gernot Wagner, Geschäftsführer der Porr Bau GmbH, zeigt am modularen Wohnbausystem Porr Living, wie Standardisierung und Vorfertigung die Kosten senken sollen. Georg Strodl (Ardex) erklärt, warum die entscheidenden Innovationen im Bestand an den Nahtstellen zwischen den Gewerken liegen. Die Architekten Oliver Gerner und Christian Waldner stellen die Rote Emma in Wien-Donaustadt vor: 360 geförderte Wohnungen in Holz-Hybrid-Bauweise mit hoher Vorfertigung. Christof Weissenseer zeigt, wie sich der Holzsystembau von der vorgefertigten Gebäudehülle zum kompletten Hybridsystem entwickelt hat. Im Panel klären die Vortragenden gemeinsam, welche Effizienzgewinne realistisch sind und wo die Grenzen der Standardisierung liegen.

Automatisierung und Industriestandort

Den Schlusspunkt setzt der Blick auf das große Ganze. Lukas Lingitz von Fraunhofer Austria begründet in seiner Abschluss-Keynote, warum Automatisierung alternativlos ist. Wolfgang Schwarzbauer von EcoAustria gibt einen Impuls zur Lage der Industrie in Österreich. Danach diskutieren Doris Hummer (Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich, CEO Domico), Walter Mayrhofer (FH Wien der WKW), Bernhard Gahleitner (AIT), Lingitz und Schwarzbauer über die Industrie im Spannungsfeld von Automatisierung und Abwanderung.

Wie aktuell das Thema ist, zeigt das „Made in Austria IndustriePANEL 2026“ der TU Wien, an dem Mayrhofer als Studienautor beteiligt ist. 76,3 Prozent der befragten Führungskräfte aus produzierenden Unternehmen erwarten darin innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Deindustrialisierung Österreichs. Für eine Branche, die selbst immer industrieller fertigt, ist das keine abstrakte Frage.

Österreichische Bautage 2026: Jetzt Ticket sichern

Der Kongress richtet sich an Bauunternehmen, Bauträger, ausführende Gewerke, Planer, Hersteller und öffentliche Auftraggeber. Wer mitdiskutieren will, sollte sich jetzt sein Ticket sichern. Mit dem Comfort-Ticket reisen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits am 10. November entspannt an und starten mit dem Startup-Abend in den Kongress.

Programm, Vortragende und Anmeldung: www.bautage.at