Gemeinnütziger Wohnbau: 80 Jahre im Zeichen des leistbaren Wohnens
Gemeinnütziger Wohnbau stand am 15. Oktober 2026 im Zentrum eines Festakts in der Wiener Eventlocation STAGE 3. Der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen Österreichs – Revisionsverband beging dort unter dem Motto „80 Jahre leistbares Wohnen – leistbares Leben“ sein 80-jähriges Bestehen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und gemeinnütziger Wohnungswirtschaft nutzten den Anlass für einen Rückblick auf acht Jahrzehnte Verbandsgeschichte und für eine Diskussion über die Zukunft des leistbaren Wohnens.
Politik würdigt die Rolle der Gemeinnützigen
In ihren Ansprachen gingen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Ländern auf die Bedeutung der gemeinnützigen Bauvereinigungen für die österreichische Wohnversorgung ein: Vizekanzler und Wohnbauminister Andreas Babler, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl, Wohnbaulandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Landeshauptmann-Stellvertreter und Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner sowie die Wiener Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.
Appell für eine Wohnbauoffensive
Verbandsobmann Michael Gehbauer ließ in seiner Festrede die acht Jahrzehnte der Verbandsgeschichte Revue passieren. Den Rückblick verband er mit einer konkreten Forderung an die Politik: Sie solle rasch in Gespräche eintreten, um die Rahmenbedingungen für den gemeinnützigen Wohnbau weiter zu verbessern und eine Wohnbauoffensive für den leistbaren Wohnbau zu starten. Einen kompakten Überblick über die Geschichte des Verbands gab der Kurzfilm „80 Jahre in 8 Minuten“, der beim Festakt erstmals gezeigt wurde.
WIFO-Studie: Gemeinnütziger Wohnbau als Wirtschaftsfaktor
Inhaltlicher Schwerpunkt des Abends war die Präsentation erster Ergebnisse einer neuen Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO). Die Befunde wurden im Anschluss in einer Podiumsdiskussion erörtert. Am Podium: Michael Klien (WIFO), Wolfgang Schwarzbauer (ECO Austria), Elisabeth Springler (FH des BFI Wien) sowie Verbandsobmann Michael Gehbauer und seine Stellvertreterin Isabella Stickler.
Diskutiert wurde die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der gemeinnützigen Bauvereinigungen für Österreich. Im Fokus stand vor allem die Frage, welchen Beitrag der gemeinnützige Sektor zur Leistbarkeit des Wohnens leistet und welche volkswirtschaftlichen Effekte er auslöst.
Wohnraumbedarf, Kosten und Klimaschutz
Breiten Raum nahmen die Herausforderungen ein, vor denen die Branche steht: der steigende Bedarf an Wohnraum, die verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Anforderungen des Klimaschutzes an Neubau und Bestand. Die Diskutierenden waren sich einig, dass der gemeinnützige Wohnbau nicht nur eine wichtige Säule der Wohnversorgung ist, sondern auch zur wirtschaftlichen Stabilität und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beiträgt.
Leistbares Wohnen als Voraussetzung für leistbares Leben
Beim anschließenden Ausklang nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung. Das Jubiläum diente damit nicht nur dem Rückblick, sondern auch der Positionierung für die kommenden Jahre. Gehbauer und Stickler fassten die Botschaft des Abends so zusammen: „80 Jahre Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen – Revisionsverband stehen für ein klares Ziel: Leistbares Wohnen ist eine wesentliche Voraussetzung für ein leistbares Leben.“