Start-up-Abend: Innovation ohne Bullshit
Innovation am Bau hat ein Umsetzungsproblem: Prototypen gibt es viele, doch nur wenige Lösungen halten dem realen Bauablauf stand. Genau dort setzt der Auftaktabend der Österreichischen Bautage 2026 an. Unter dem Titel „Innovation ohne Bullshit – wenn Innovation skaliert“ kommen am Anreisetag drei Gründer- und Innovationsperspektiven zusammen – bewusst nicht als Pitch-Runde, sondern als Gespräch darüber, woran Vorhaben in der Praxis hängenbleiben.
Das vollständige Programm mit allen Sessions und Vortragenden steht auf bautage.at.
Innovation am Bau: die Hürde liegt hinter dem Pitch-Deck
Die Besetzung bildet beide Seiten dieser Hürde ab. Auf der einen Seite zwei Gründungen, die in den vergangenen Monaten jeweils rund eine Million Euro Startkapital eingesammelt haben. Auf der anderen Seite ein Konzern, der entscheiden muss, welche dieser Werkzeuge er tatsächlich in seine Abläufe lässt.
Arctis AI: der Bauvertrag als Datenquelle
Leon Sebastian Stawowiak ist Mitgründer und CEO der Arctis AI GmbH. Das 2025 in München gegründete Unternehmen entwickelt eine KI-Plattform für das Vertragsmanagement bei komplexen Bau- und Infrastrukturprojekten: Statt Verpflichtungen, Risiken und Zahlungsbedingungen über verstreute PDF-Dokumente zu verfolgen, sollen KI-Agenten sie strukturiert erfassen und überwachen. Im Jänner 2026 schloss Arctis AI eine Pre-Seed-Runde über rund eine Million Euro ab, angeführt vom Proptech-Investor PT1, mit EWOR, Superangels und mehreren Branchen-Business-Angels aus der Bauindustrie. Das erste Pilotprojekt läuft in Deutschland.
factorymaker: 100.000 Planungsvarianten in Minuten
Julia Reisinger und Maria Zahlbruckner vertreten factorymaker, ein Spin-off der TU Wien. Das im August 2024 gegründete Unternehmen entwickelt eine cloudbasierte Plattform für die Planung von Industriebauten: KI-gestützte Design-Agenten greifen auf eine Datenbank realer Projekte zu und bewerten laut Unternehmensangaben bis zu 100.000 Planungsvarianten in Minuten – Arbeit, die in der konventionellen Industriebauplanung Wochen beansprucht. Reisinger hat die Technologie aus ihrer Dissertation an der TU Wien entwickelt. Im Februar 2026 holte das Unternehmen 1,1 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Runde, angeführt vom Berliner Fonds 2bX gemeinsam mit XISTA Science Ventures.
Innovation am Bau aus der Konzernperspektive
Manuel Eugster ist CTO der Rhomberg Bau Holding und damit für den Gegenpol zuständig: die Einführung im laufenden Betrieb. Die Bregenzer Rhomberg Gruppe ist in Bau und Bahntechnik tätig und beschäftigt knapp 4.000 Mitarbeitende. Eugster verantwortet dort IT und Digitalisierung, Produkte und Innovation sowie Planung und Systembau. Er kommt also aus der Datenwelt und muss deren Versprechen heute gegen Baustellenrealität abgleichen.
Start-up-Abend der Österreichischen Bautage: Eckdaten und Anmeldung
Der Start-up-Abend findet am 10. November 2026 im Congress Loipersdorf statt. Er bildet den Auftakt zu zwei Kongresstagen unter dem Leitthema „Produktiv bauen. Zukunft sichern.“, die Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette behandeln – von Regulierung und Vertragsmodellen über Lean Construction und Kreislaufwirtschaft bis zu Vorfertigung und Robotik.
Wer schon am Anreisetag dabei sein will, sollte das bei der Buchung berücksichtigen: Anreise und Pre-Check-in laufen am 10. November ab 15:00 Uhr. Zur Wahl stehen ein Standard-Ticket mit Kongresszutritt, Verpflegung sowie wahlweise Nächtigung und Abendprogramm und ein Business-Ticket mit zusätzlicher Logopräsenz. Auch einzelne Tage sind buchbar.
Jetzt für die Österreichischen Bautage 2026 anmelden
Das vollständige Programm mit allen Sessions und Vortragenden steht auf bautage.at.