Rohre in einem Betonteil
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Klima- und Energiefonds setzt auf Bauteilaktivierung

Mi, 13.01.2021

Die Vorgaben in puncto Klimaschutz sind ambitioniert, der Gebäudebestand muss bis 2040 CO2-neutral werden. Helfen soll dabei die thermische Bauteilaktivierung (TBA). Im Rahmen der Ausschreibung „Energieflexibilität durch thermische Bauteilaktivierung“ unterstützt der Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Klimaschutzministerium Planungsdienstleistungen für die Bauteilaktivierung bei Wohngebäuden.

Bei der Bauteilaktivierung werden Rohrleitungen aus Kunststoff in massiven Bauteilen verlegt, durch die schließlich warmes Wasser zum Heizen bzw. kaltes Wasser zum Kühlen fließt. Die so aktivierten Bauteile haben die Kapazität, Wärme zu speichern, die aus erneuerbaren Quellen stammt und können dadurch einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau eines erneuerbaren Energiesystems leisten.

„Ein Meilenstein für Österreichs Klimaschutz“, zeigt sich Stefan Schleicher, Professor am Wegener Zentrum für Klima und globalen Wandel an der Universität Graz und Berater des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Wien, begeistert, „darauf warte ich bereits seit Jahren, jetzt ist es endlich so weit, die Bauteilaktivierung ist nicht nur ein wesentlicher Baustein für die Energieautarkieganzer Stadtquartiere, sondern sorgt auch für eine wohlige Strahlungswärme oder -kühle. Klimaanlagen im Wohnbau werden mit dieser einfachen Technologie obsolet –ein Mehrwert für alle.“

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Wir brauchen den vollen Instrumentenkoffer um die Klimaneutralität für Österreich bis 2040 zu erreichen. Die Bauteilaktivierung ist dabei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn auch im Gebäudesektor müssen wir die Emissionen auf null reduzieren. Solche innovativen Technologien unterstützen diesen Weg maßgeblich.“

Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth: „Die Thermische Bauteilaktivierung ist keine Raketenwissenschaft – es ist eine vergleichsweise simple Technologie, aber mit großem Potenzial! Indem man die Wärmespeicherkapazität ohnehin vorhandener Bauteile nutzt, steigt die Nutzung erneuerbarer Energie massiv. Kurz gesagt, ein wichtiger Beitrag zur Wärmewende.“

Ausschreibung „Energieflexibilität durch thermische Bauteilaktivierung“

Im Rahmen des Programms werden vom Klima- und Energiefonds gezielt Planungsleistungen für gesamte Wärmeversorgungskonzepte mit TBA als Wärmespeicher und lokal erzeugte erneuerbare Energie oder erneuerbarem Strom aus Erzeugungsspitzen als Wärmequelle beauftragt. Dadurch soll die Umsetzung möglichst vieler Projekte österreichischer Wohnbauträger auf Basis qualitativ hochwertiger Planung ermöglicht werden. Gleichzeitig wird Know-how dafür aufgebaut, welche Flexibilisierungsmöglichkeiten es in Mikro-, Nah- und Fernwärmenetzen gibt.

Für die Planungsdienstleistung steht je Einzelprojekt ein Pauschalbetrag zwischen 40.000 und 85.000 Euro zur Verfügung. Zusatzleistungen wie z.B. die Teilnahme an wissenschaftlichem Monitoring werden extra vergütet. Die verfügbaren Budgetmittel werden auf der Programmseite tba.klimafonds.gv.at veröffentlicht.

Seit einigen Jahren ist die Bauteilaktivierung als die günstigste und klimafreundlichste Heiz-und Kühlmethode auch im sozialen Wohnbau angekommen. Doch mit dem Vorstoß des Klima-und Energiefonds wird die Verbreitung nun rasant vorangehen“, ist Sebastian Spaun, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie, überzeugt.

Weitere Aktivitäten

Eine Informationsseite zum Thema „Thermische Bauteilaktivierung“ wurde unter www.bauteilaktivierung.info eingerichtet. Auf dieser Webseite finden Sie weiterführende Informationen für die Zielgruppe der Planer und Umsetzer zum Thema.

Weiters wurde ein Fact Sheet „Bauteilaktivierung“ erstellt, welches grundlegende Fakten zur Bauteilaktivierung sachlich fundiert und zugleich verständlich aufbereitet und ebenfalls auf der Seite www.bauteilaktivierung.info/factsheet zu finden ist.

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