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Technologiereport 2026: KI überholt BIM als Leitthema der Baudigitalisierung

Der Technologiereport 2026 dokumentiert einen Wendepunkt in der Digitalisierung der österreichischen Bau- und Immobilienwirtschaft: Unternehmen investieren nicht mehr in Technologien um ihrer selbst willen, sondern entscheiden anhand messbarer Effizienzgewinne, Zeitersparnis und Fehlerreduktion. KI hat sich dabei innerhalb eines Jahres zur am schnellsten wachsenden Anwendungstechnologie entwickelt.

Der Technologiereport 2026 wurde von Digital Findet Stadt GmbH zum dritten Mal durchgeführt und basiert auf einer Online-Befragung von 138 Unternehmen und Institutionen aus der österreichischen Bau- und Immobilienwirtschaft. Die Erhebung fand zwischen Oktober und Dezember 2025 statt und analysiert sieben Schlüsseltechnologien: Building Information Modeling (BIM), Künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT) und Sensorik, Smarte Bauprodukte, Virtual Reality und Augmented Reality (VR/AR), 3D-Erfassung sowie Vorfertigung.

Technologiereport 2026: KI mit spektakulärem Wachstum

Die markanteste Veränderung zeigt sich im Bereich Künstliche Intelligenz. Gaben 2024 noch lediglich 8 Prozent der Befragten an, KI bereits regelmäßig zu nutzen, waren es ein Jahr später 51 Prozent. Das wahrgenommene Marktpotenzial liegt mit 7,1 von 9 Punkten auf hohem Niveau: 45 Prozent der Befragten bescheinigen KI hohes oder sehr hohes Potenzial. Die Hauptanwendungen liegen in der Text- und Dokumentenerstellung sowie in Recherche und Wissensmanagement. Als größte Herausforderungen werden Datensicherheit, Kompetenzaufbau und Fachkräftemangel genannt.

BIM im Technologiereport 2026: Konsolidierung statt Wachstum

Entgegen dem Trend der Vorjahre zeigt Building Information Modeling (BIM) eine deutliche Konsolidierungsphase. Die reguläre Nutzung sank von 47 Prozent (2024) auf 20 Prozent (2025). Das wahrgenommene Potenzial fiel von 7,6 auf 6,3 von 9 Punkten – ein Rückgang von rund 17 Prozent. Die Autoren interpretieren dies nicht als Rückzug, sondern als zunehmend selektiven Einsatz: BIM wird heute vor allem dort eingesetzt, wo konkrete Mehrwerte entstehen – in der Planung, Visualisierung, Mengen- und Kostenermittlung sowie der Bestandsdokumentation. Komplexere Anwendungen wie BIM2ESG oder die Lebenszyklusanalyse (LCA) haben dagegen massiv an Relevanz verloren.

IoT, Vorfertigung und weitere Technologien im Überblick

Internet of Things und Sensorik zeigen einen schrittweisen Fortschritt: Die reguläre Nutzung stieg von 12 auf 16 Prozent, Pilotprojekte sind hingegen rückläufig. Haupteinsatzgebiete sind Gebäudeautomation, Energieeffizienz und Bestandsüberwachung – auf Baustellen ist die Technologie noch wenig verbreitet. Vorfertigung nimmt im Report eine Sonderstellung ein, da sie bereits heute direkte Beiträge zu Produktivität, Standardisierung und Ausführungsqualität leistet. VR/AR und 3D-Erfassung werden laut Report zunehmend als gezielte Spezialwerkzeuge verstanden.

Handlungsbedarf: Standards, Kompetenz, Skalierung

Über alle sieben Technologien hinweg zeigt der Technologiereport 2026 eine konsistente Diagnose: Die größten Hürden liegen nicht in den Technologien selbst, sondern in ihrer Integration in bestehende Prozesse. Fehlende Standardisierung, komplexe Schnittstellen und unzureichender Kompetenzaufbau bremsen den breiten Marktdurchbruch. Die Autoren empfehlen, erfolgreiche Pilotanwendungen konsequent in skalierbare, wiederholbare Lösungen zu überführen und Investitionen gezielt auf jene Anwendungsfälle zu konzentrieren, die im jeweiligen Unternehmenskontext messbar Wirkung zeigen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und öffentlichen Institutionen wird als entscheidender Hebel für eine schnellere Praxisübertragung neuer Technologien genannt.