3D-Laserscanner auf Stativ bei der Bestandsaufnahme zur Beweissicherung an einer Autobahnquerung
3D Bestandsaufnahme zur Beweissicherung bei der Herstellung einer Autobahnquerung
© Netz + Plan

3D-Vermessung statt Leitungsplan: 25 Jahre Geodaten aus Linz

3D-Vermessung, Laserscanning und digitale Bestandsdokumentation bilden heute den Kern des Linzer Vermessungsdienstleisters Netz + Plan, der im Oktober 2026 sein 25-jähriges Bestehen feiert. Rund 30 Mitarbeiter arbeiten an den Standorten Linz, Schwechat und Graz.

3D-Vermessung stand bei der Gründung von Netz + Plan im Jahr 2001 noch nicht auf dem Programm. Josef Pühringer gründete die Netz + Plan LeitungsdokumentationsgesmbH als Ausgliederung aus einem Telekommunikationsunternehmen. In den ersten Jahren ging es vor allem darum, Altdaten und analoge Einmessungen zu digitalisieren. Inzwischen ist das Unternehmen österreichweit in Vermessung und Geodatenmanagement tätig und seit 2023 eine hundertprozentige Tochter des Bauunternehmens Leyrer + Graf.

Von der Tachymetrie zum Laserscanner

Eine frühe Kooperation mit dem Welser Vermessungsbüro draw tech GmbH brachte die tachymetrische Vermessung von Leitungen und Naturbeständen ins Leistungsangebot. Schon damals arbeitete das Team mit vollcodierten Vermessungsmethoden. Ab 2004 setzte Netz + Plan GPS-Technologie ein, ab 2005 kamen 3D-Laserscanner hinzu. 2008 wurde draw tech vollständig in das Unternehmen integriert, was die Basis für das weitere Wachstum bildete.

Mit den neuen Messverfahren wuchs auch das Aufgabenfeld. Neben Infrastruktur- und Leitungsprojekten vermisst das Unternehmen heute Gebäude, Kirchen, Statuen, Industrieanlagen und Wasserkraftwerke und ermittelt Massen in Steinbrüchen. Dazu kommen 3D-Dokumentationen, BIM-Grundlagen, Deformationsanalysen und Beweissicherungen.

3D-Vermessung in der Praxis: Referenzprojekte

Zu den Projekten der vergangenen 25 Jahre zählen die Vermessung hunderter Kirchen und Gebäude sowie die Digitalisierung des Gebäudebestands des Bistums Fulda in Deutschland. In Graz war das Team beim Schacht des Schlossberglifts im Einsatz, in Wien vermaß es das Ehrenmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz.

Aktuelle Beispiele zeigen die Bandbreite: eine Bestandsaufnahme der Bergstation des Skilifts Asitzkogel in Saalbach-Hinterglemm, eine 3D-Beweissicherung bei der Herstellung einer Autobahnquerung, die Deformationsanalyse einer Kranbahnanlage in einem Industriebetrieb anhand von 3D-Modellen sowie die Riss- und Schadensdokumentation an einem sakralen Gebäude.

Regional präsent in sechs Bundesländern

Zu den Auftraggebern gehören öffentliche Stellen, Infrastrukturbetreiber und Industrieunternehmen ebenso wie Planungs- und Architekturbüros. Die erfassten Daten dienen als Grundlage für Planung, Neubau, Erweiterung und Sanierung. Mit Teams in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, dem Burgenland, der Steiermark und Salzburg will das Unternehmen kurze Anfahrtswege und rasche Reaktionszeiten sicherstellen. Für das Wirtschaftsjahr 2025/26 weist Netz + Plan eine Bauleistung von rund drei Millionen Euro aus.

Teil der Leyrer + Graf Gruppe

Seit 2023 ist Netz + Plan zur Gänze in die Unternehmensgruppe Leyrer + Graf eingebunden und bringt dort seine Kompetenz in Vermessung und Digitalisierung ein. Die Geschäftsführung liegt bei Stefan Graf, zugleich CEO der Leyrer + Graf Gruppe, und Christian Bruckner.

Graf sieht das Jubiläum als Anlass für einen Rückblick und als Auftrag für die kommenden Jahre:

„Ein 25-jähriges Firmenjubiläum ist ein besonderer Meilenstein. Es bietet die Gelegenheit, auf das Erreichte zurückzublicken und all jenen zu danken, die diesen Weg mitgestaltet haben. Gleichzeitig verstehen wir dieses Jubiläum als Ansporn, weiterhin innovative Wege zu gehen und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.“

Als Basis dafür nennt Graf das erfahrene Team, die eingesetzte Messtechnik und die Synergien innerhalb der Leyrer + Graf Gruppe.