Datensouveränität: Anspruch und Realität klaffen auseinander
Datensouveränität ist für österreichische Unternehmen ein zentrales Thema, in der Praxis fehlen aber oft konkrete Vorkehrungen. Das zeigt eine Businessstudie, die das Marktforschungsinstitut marketmind zwischen April und Juni 2026 im Auftrag von Magenta Telekom durchgeführt hat. Befragt wurden 800 Entscheider:innen aus Unternehmen mit 1 bis 250 Mitarbeiter:innen. Für 82 Prozent ist Datensouveränität sehr wichtig oder wichtig, interne Richtlinien dazu haben aber nur 31 Prozent.
KI als wichtigster Veränderungstreiber
Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und Cloud-Transformation zählen laut Studie zu den Technologien, die österreichische Unternehmen in den kommenden Jahren am stärksten verändern werden. 60 Prozent der Befragten sehen KI als wichtigsten Veränderungstreiber. Im digitalen Tagesgeschäft liegt jedoch Cybersecurity vorne. 34 Prozent nennen sie als wichtigstes Digitalisierungsthema, an zweiter Stelle folgt KI.
Mit der Unternehmensgröße steigt die Bedeutung nahezu aller Zukunftstechnologien. Mittlere und große Unternehmen priorisieren besonders häufig Cybersecurity, für kleinere Betriebe ist dagegen öfter KI das wichtigste Digitalisierungsthema.
Cloud-Dienste im Unternehmensalltag
61 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bereits Cloud-Lösungen. Am häufigsten kommen sie für Datenmanagement (62 Prozent), Kommunikation (52 Prozent) und IT-Infrastruktur (49 Prozent) zum Einsatz. Fast die Hälfte der Nutzer:innen setzt primär auf Public-Cloud-Lösungen, rund ein Viertel auf Private-Cloud-Lösungen und etwa jedes fünfte Unternehmen auf Hybrid-Cloud-Modelle. Größere Unternehmen nutzen Cloud-Dienste häufiger und betreiben zudem einen höheren Anteil ihrer IT-Systeme in der Cloud.
„Digitalisierung und Datensouveränität gehören immer stärker zusammen. Unternehmen wollen die Chance von KI und Cloud-Lösungen nutzen, gleichzeitig aber die Kontrolle über ihre Daten behalten“, sagt Werner Kraus, CCO Business bei Magenta Telekom. Transparenz, Sicherheit und die Möglichkeit, über die Verwendung der eigenen Daten zu bestimmen, würden zu zentralen Anforderungen an digitale Lösungen und Cloud-Anbieter.
Datensouveränität: Lücke zwischen Anspruch und Praxis
Unter Datensouveränität verstehen die befragten Unternehmen vor allem Kontrolle, Datenhoheit und Selbstbestimmung über die eigenen Daten. Laut Studie wird das Thema künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Bei den konkreten Vorkehrungen besteht allerdings Aufholbedarf. So achten 64 Prozent der Betriebe bei der Wahl ihres Cloud-Anbieters auf den Speicherort der Daten. Wo ihre Unternehmensdaten tatsächlich gespeichert sind, wissen jedoch nur 49 Prozent.
Notfallpläne fehlen häufig
Eine ähnliche Diskrepanz zeigt sich bei der Vorbereitung auf Cyberangriffe. 48 Prozent der Unternehmen fühlen sich gut auf größere Angriffe vorbereitet. Einen regelmäßig getesteten Notfallplan haben aber nur 18 Prozent, 42 Prozent verfügen über gar keinen. „Österreichs Unternehmen sind auf einem guten Weg, doch es bleibt noch einiges zu tun“, so Kraus.
Zur Methode
Für die Studie hat marketmind zwischen 1. April und 30. Juni 2026 im Auftrag von Magenta Telekom 800 Haupt- oder Mitentscheider:innen für Telekommunikationsanschaffungen in Unternehmen befragt. Die Befragung ist repräsentativ für Österreich und nach Region quotiert. Unterschieden wurde zwischen Kleinstunternehmen (1 bis 9 Mitarbeiter:innen), Kleinunternehmen (10 bis 29 Mitarbeiter:innen) sowie mittelständischen bis großen Unternehmen (30 bis 250 Mitarbeiter:innen). Die Ergebnisse beziehen sich auf Unternehmen aller Branchen.