Deindustrialisierung? Warum Automatisierung alternativlos ist
Die Österreichischen Bautage finden von 10. bis 12. November 2026 im Congress Loipersdorf statt. Den Schlusspunkt setzt am dritten Kongresstag ein Themenblock, der über die Baubranche hinausweist: Deindustrialisierung steht ab 12 Uhr auf dem Programm. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Industrie und Produktion in Österreich unter dem Druck von Fachkräftemangel und internationalem Wettbewerb entwickeln – und welche Rolle Automatisierung dabei spielt.
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Keynote: „Automatisierung ist alternativlos“
Lukas Lingitz leitet bei Fraunhofer Austria Research den Geschäftsbereich Fabrikplanung und Produktionsmanagement im Center für Nachhaltige Produktion und Logistik. In seiner Abschluss-Keynote vertritt er eine klare These: Die demografische Entwicklung macht Automatisierung zur Pflicht. Wenn geburtenstarke Jahrgänge in Pension gehen und weniger junge Arbeitskräfte nachrücken, lässt sich das Produktionsniveau ohne einen höheren Automatisierungsgrad kaum halten.
Lingitz zeigt, was andere Branchen in diesem Bereich bereits umsetzen, und gibt einen Ausblick auf die nächsten Entwicklungsschritte. Dazu zählen Embodied AI – künstliche Intelligenz, die in physischen Systemen wie Robotern arbeitet und mit ihrer Umgebung interagiert – sowie Ambient AI, bei der KI-Systeme im Hintergrund von Arbeitsumgebungen Abläufe erfassen und unterstützen. Für die Bauwirtschaft stellt sich die Frage, welche dieser Ansätze sich auf Vorfertigung und Baustelle übertragen lassen.
Panel-Talk: Deindustrialisierung als Standortfrage
Im anschließenden Panel-Talk wird das Thema unter dem Titel „Industrie im Spannungsfeld von Automatisierung und Vertreibung“ vertieft. Am Podium diskutieren:
- Bernhard Gahleitner, Business Manager, Austrian Institute of Technology (AIT)
- Mag. Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich, CEO Domico
- FH-Prof. DI Dr. Walter Mayrhofer, Head of Research und Head of Institute for Digital Transformation & Strategy (IDS) an der FHWien der WKW
- Mag. Dr. Wolfgang Schwarzbauer, Leiter des Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft, EcoAustria
- DI Lukas Lingitz, Geschäftsbereichsleiter Fabrikplanung und Produktionsmanagement, Center für Nachhaltige Produktion und Logistik, Fraunhofer Austria Research
Die Runde verbindet Perspektiven aus angewandter Forschung, Hochschule, Wirtschaftsforschung und Interessenvertretung. Doris Hummer bringt als Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich und CEO von Domico zudem die Sicht eines produzierenden Unternehmens ein. Diskutiert wird, welche Rahmenbedingungen der Industriestandort braucht und welchen Beitrag Automatisierung und Digitalisierung leisten können, damit Wertschöpfung im Land bleibt.
Was die Diskussion für die Bauwirtschaft bedeutet
Bau und Industrie sind eng miteinander verknüpft: Industrie- und Gewerbebauten sind ein wichtiges Marktsegment, Baustoffe und Bauprodukte werden industriell gefertigt, und die Vorfertigung gewinnt an Bedeutung. Wie sich der Produktionsstandort Österreich entwickelt, wirkt sich daher auch auf Auftragslage und Lieferketten der Bauwirtschaft aus. Zugleich steht die Branche selbst vor demografischen Herausforderungen, die Fragen nach Automatisierung und neuen Arbeitsmodellen aufwerfen.
Programm und Anmeldung
Die Abschluss-Keynote beginnt am 12. November 2026 um 12 Uhr, Zusammenfassung und Kongressende folgen um 13 Uhr. Durch das Das vollständige Programm sowie alle Vortragenden sind unter www.bautage.at abrufbar.