Günter Albers ELA Container a3bau
Thorsten Futh
Günter Albers von ELA Container im Interview

"Der Kunde gibt uns den Weg vor"

Di, 03.12.2019

ELA Container hat sich mit 15 Standorten weltweit zu einem der führenden Containerunternehmen Europas entwickelt. Jetzt möchte das Familienunternehmen in zweiter Generation mit einer großen Niederlassung in Österreich expandieren, wie Günter Albers, der mit seinen Geschwistern Tim und Liesel ELA führt, im a3BAU-Exklusivinterview verrät.

Bei Familienunternehmen ist es nicht üblich, dass alle Geschwister in der Führungsetage vertreten sind? Wie erfolgte Ihr Einstieg in den Familienbetrieb?

Günter Albers: „Ich wollte eigentlich nie im eigenen Unternehmen arbeiten. Haren an der Ems ist der drittgrößte Schifffahrtstandort Deutschlands. Ich habe daher naheliegend eine herkömmliche Schifffahrtskaufmannslehre abgeschlossen und danach zweieinhalb Jahre bei der größten Reederei Deutschlands mit 150 Schiffen gearbeitet. Nach dem Engagement in Hamburg habe ich den Betriebswirt in Bremen gemacht. Im dritten Semester hat mich mein Vater gefragt, ob ich nicht in den Betrieb kommen möchte. Mit Tim und Liesel waren aber schon zwei Geschwister in der Geschäftsführung, also fragte ich mich: ‚Was soll ich da?‘ Drei Familienmitglieder in einem Unternehmen, das ist ja nicht gerade so einfach. Nächstes Jahr bin ich dreißig Jahre in der Firma und habe es zu keiner Zeit bereut. In dieser Zeit haben wir das Unternehmen größenmäßig vervierfacht. Wir sind nicht immer einer Meinung, das darf ich auch ganz ehrlich sagen, aber es ist wichtig konstruktive Kritik zu vertragen. Auch in einem Familienunternehmen. Man fetzt sich und abends kommt man bei einem Bier wieder zusammen.

Wie ist es 1972 eigentlich zur Firmengründung gekommen?

Ende der 1960er Jahre war das erste Containerschiff in Hamburg eingefahren. Mein Vater wollte diese Seecontainer kaufen und an Bauunternehmen weiterverkaufen, um Sie als umfunktionierte Geräteboxen zur Verfügung zu stellen. Es hat aber noch einige Jahre gedauert, bis das Geschäft angelaufen ist. Mitte der Siebziger kam dann der Durchbruch, als Kunden auch Unterkunftscontainer nachgefragt haben, um den Bauwagen als Pausenraum abzulösen. Zu einem späteren Zeitpunkt wollte der Kunde dann nicht nur kaufen, sondern mieten. Der Kunde hat uns immer den Weg vorgegeben.

Ist Mieten eher im Trend oder Kaufen?

Am Anfang konnten wir gar nicht vermieten, weil wir die großen Investments nicht hätten stemmen können. Nach den ersten Jahren konnten wir uns immer mehr auf die Miete fokussieren. Das ist das Geschäft, was wir momentan vorantreiben. Die Cashcow ist eigentlich die Miete. Mit dem Mutterkonzern, der ELA GmbH, sind wir mit über 30.000 Einheiten am Mietmarkt stark.

Das Image von Containern hat sich stark verbessert – nehmen Sie das am Markt auch wahr?

Wenn man vor 20 Jahren einen Kindergarten aus Containern aufgebaut haben, haben die Mütter einen Aufstand gemacht. Der Container war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so populär. Das Image war wirklich schlecht. In der Zwischenzeit sind die mobilen Raummodule wirklich akzeptiert, weil die Ausstattung eine andere ist, und mit einem „Festbau“ vergleichbar. Die Isolierung und die Materialien, die da verbaut sind, haben nichts mehr mit einem herkömmlichen Container zu tun. Heute handelt es sich nicht mehr wirklich um Seecontainer, sondern um mobile Räume. Die Fernsehsendung Big Brother zum Beispiel hat uns auch dazu verholfen, dass Image des Containers aufzupäppeln. Aus den Containern sind Sendungen aufgezeichnet worden. Da hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten enorm viel getan. Wir haben bewiesen, dass mit mobilen Räumen hochwertige Interimslösungen geschaffen werden können.

Wer sitzt heute in einem ELA Container?

Die Entscheidungsträger von Lidl in Ulm beispielsweise, oder Airbus in Hamburg-Finkenwerder, Ingenieure in den meisten Raffinerien in Deutschland. Es sind unzählige Beispiele, die ich hier aufzählen kann. Es sind aber vor allem Leute, die nicht wieder aus den ELA Containern rauswollen, weil sich ein Wohlfühlgefühl bei ihnen einstellt. Im Volkswagenwerk in Emden sind die Controller in unsere Container gesetzt worden. Die wollte zuerst nicht rein und dann nicht wieder raus. 2005 haben wir den um einen halben Meter breiteren Container im Markt eingeführt. Da waren wir Vorreiter. Der 50 Zentimeter breitere ELA Container gibt mit seinen drei Metern Breite ein großes Raumgefühl. Es ist immer weniger Platz auf den Baustellen. Deshalb haben wir die Vierfachstapelung eingeführt.

Was zeichnet sonst noch Ihre USP aus?

Wenn man eine Marke aufbauen möchte, muss man unverkennbar sein. Vor sechs Jahren haben wir das Logo, das unsere Eltern entworfen haben, neugestaltet. Jetzt steht das Wort Container in ELA [Container] in eckigen Klammern. In diesen sechs Jahren haben wir die Marke stark transportiert – nicht nur national, sondern auch international. Zwischenzeitlich sind wir ja nicht nur in ganz Europa und Russland aktiv, sondern auch in Dubai, in den USA und Mexiko. Wenn sie eine Marke aufbauen, dann müssen sie von A bis Z alles im Griff haben. Der Kunde will binnen weniger Stunden sein Angebot haben. Wenn er seinen Auftrag platziert, will er ein „Rundum-Sorglos-Paket“ haben. Ich glaube, dass wir das als Familienunternehmen anbieten können.

Was zeichnet das Familienunternehmen sonst noch aus?

Wir beschäftigen sehr junge Leute, haben eine dementsprechende lockere Unternehmenskultur. Wenn Sie sich die letzten fünf Jahre anschauen, haben wir 500 Mitarbeiter eingestellt, die ein Durchschnittsalter von 32 Jahren haben. Die Menschen finden es toll, für und mit uns zu arbeiten. Wir sind nicht hochnäsig, sondern geradeaus. Und das ist auch der Punkt, warum junge Leute gerne für uns arbeiten wollen, neben der Internationalisierung und Expansion. Wir sind finanziell gut aufgestellt, wir sind mobil. Die jungen Leute finden Mobilität toll. Das ist der Riesenvorteil. Das ist der Grund, warum wir im Recruiting kein Problem haben. Außer bei LKW-Fahrern, aber es fehlen 60.000 in ganz Deutschland. Was uns als familiengeführtes Unternehmen ganz stark macht, ist, dass wir innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen treffen können. Als es um eine Raffinerie in den Niederlanden ging, waren die 3-Meter-Container ganz neu im Markt. Der Kunde wollte 240 Container sofort und über 400 Container der Drei-Meter-Version dauerhaft. Kein Problem für uns, das zu bewerkstelligen. Auch größere Investitionen werden sofort entschieden. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit ELA Container steht bei uns im Vordergrund. Der Kunde ist nicht einmalig bei uns, sondern soll dauerhaft kommen, weil er zufrieden ist. Es geht uns nicht nur darum, einen Auftrag abzuschließen, wir wollen nachhaltig, partnerschaftlich arbeiten. Eine nachhaltige Beziehung aufzubauen, ist uns auch am österreichischen Markt bereits gelungen.

Sie werben damit, 30 Container pro Tag durch Vorfertigung aufstellen zu können. Ist die Nachfrage so groß?

Die Entscheidungswege dauern immer sehr lange und nach Möglichkeit sollten wir immer bereits gestern geliefert haben. Wir müssen dafür sorgen, dass wir ein standardisiertes System haben, wo wir ruckzuck alles vorbereiten können. Deshalb haben wir die gesamten Komponenten vorbereitet, um eine größere Anlage von heute auf morgen aufstellen zu können. Wenn wir nicht alles in großen Mengen vorrätig hätten, könnten wir nicht dieses Wachstum hinlegen. Wir möchten nächstes Jahr noch einmal richtig Gas geben. Dann haben wir in nur drei Jahren unseren Mietpark verdoppelt. Am Ende des Jahres 2020 werden wir bestimmt 36.000 Einheiten im der Miete haben

Sie haben fünf Standorte in Deutschland. In Holland, Belgien, Polen, Litauen, Russland und in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben Sie Firmensitze. Warum jetzt eine Niederlassung in Österreich?

Es ist naheliegend, den deutschsprachigen Markt zu belegen. Wir haben Österreich lange vernachlässigt, aber wir sind sehr personenabhängig. Als wir Mario Wimmer kennengelernt haben, wussten wir, dass ist der richtige Mann für uns.

Was sind Ihre Ziele am österreichischen Markt?

Wir wollen hier in Österreich einen ordentlichen Vertrieb aufbauen. 2020 werden wir hier eine Tochtergesellschaft gründen, die wir in den Folgejahren ausbauen möchten.

Gibt es da schon konkrete Details zum Standort?

Wir haben schon Einiges auf dem Tisch. Wir werden die Vorschläge sondieren und zeitnah eine Entscheidung treffen. Wir sind seit 1972 im Containergeschäft und wissen, wenn man ein Containergeschäft vernünftig betreiben will, dann braucht man auch Platz, also mindestens 20.000 bis 30.000 Quadratmeter.

Zu welchem Bundesland tendieren Sie?

Diese Fragen haben wir schon teilweise für uns beantwortet. Wir möchten uns aber bedeckt halten. Der Standort wird sich danach richten, wo der Motor der österreichischen Wirtschaft beheimatet ist, im Großraum Linz. Dreißig Prozent der Industrie ist in Oberösterreich angesiedelt. Das Bauvolumen ist in einer Großstadt wie Wien sicherlich größer, aber von Oberösterreich aus sind wir ja nicht aus der Welt.

Der Grundtenor der Baubranche lautet, dass die Konjunktur noch gut ist. Wie bereiten Sie sich auf einen eventuellen Rückgang vor?

Wir sind ein krisenerprobter Betrieb, man bedenke nur die Weltwirtschaftskrise 2008. Dennoch sind wir im Folgejahr um 15 Prozent gewachsen. Und darum interessiert es uns gar nicht, wie die Konjunkturprognosen lauten. Wir sorgen für unsere eigene Konjunktur, unser eigenes Wachstum. Wir glauben, dass der Markt so groß ist, dass wir nicht konjunkturabhängig sind. Außerdem profitieren wir auch von einer schwächeren Konjunktur, weil dann mehr gemietet wird als gekauft. Das kann ein Vorteil für uns sein.

Ist das Umweltthema bei Ihnen greifbar? Wie stehen Sie der Bewegung Greta Thunbergs gegenüber?

Das Thema Nachhaltigkeit ist kein neues. Das haben wir schon länger auf unserer Agenda. Und wenn wir über Container reden, ist dieser sehr nachhaltig, wenn er eine Lebensdauer von dreißig bis vierzig Jahren hat. Wir setzen weiterhin darauf, CO2-Emmissionen zu reduzieren. Wir schauen auch darauf, möglichst wenig PVC einzusetzen. Das Umweltthema ist eines, das wir sehr ernst nehmen.

ELA Container können vierfach übereinandergestapelt werden. Warum gibt es keine höheren Lösungen?

Die meisten Mitbewerber können nur Grund- und Obergeschoss aufstellen. Wir schaffen nicht nur zwei, sondern vier Etagen übereinander zu stapeln. Das ist schon eine statische Herausforderung, weil wir von den unterschiedlichen Windlasten abhängig sind.

Gibt es einen Einbruchsschutz?

Wir haben im Mietpark Mehrzwecktüren, die von den Scharnieren viel stabiler sind, als ZK-Türen, die andere Unternehmen als Standard anbieten. Wir bieten eine Verriegelung für die Tür, Einbruchsschutz fürs Fenster sowie Alarm-Anlagen. Man muss nur den Wunsch äußern. Wenn es um IT und Brandschutz geht haben wir eine Lichtwellentechnik, damit werden Kabel obsolet.

Gibt es Neuerungen bei Containern, die mit der Digitalisierung einhergehen?

Ein Fernsehturm wird binnen zwei Tagen mit einer Drohne ausgemessen, um sie zu verkleiden und zu restaurieren. Das ist brutal, was heutzutage alles geht. Der Bereich Digitalisierung wird einiges verändern. VR, AR und MR wird uns verändern. Lean Management, das derzeit hoch im Kurs steht, machen wir schon lange. Auch wenn es auf den Baustellen komplexer ist.

Container als Wohnalternative, die flexibel bei Bedarf erweitert oder reduziert werden kann. Ein interessanter Geschäftszweig?

Wir sind dabei, ‚Tiny Houses‘ zu kreieren. Das ist an sich nichts Neues. Wir haben auch bereits ein Containerhaus als Ausstellungsstück in Haren stehen. Seit einem Jahrzehnt verfolgen wir dieses Geschäftsfeld schon, populär ist es allerdings erst jetzt geworden. Jeder spricht über Tiny Houses. Wir sind dabei einen 9x3-Meter-Container als Luxus-Wohnhaus zu bauen. Die 27 Quadratmeter bieten wir mit vier zusammenhängenden Modulen auf zwei Stockwerken an. Dann sind 108 Quadratmeter Wohnfläche möglich. Das sieht von innen und außen sehr schick aus. Unsere neuen Showräume werden richtig tolle Wohnungen. Auch nach neuester Energierichtlinien. Das Wohnhaus wird von außen schön verkleidet, sodass man den Containercharakter gar nicht mehr erkennt. Von innen wird es von einem Experten geplant, der Innenräume von Yachten ausstattet. Er ist es gewohnt, Wohnraum auf engstem Raum zu gestalten. In Zukunft werden wir diese Tiny Houses auch aus Gründen der Nachhaltigkeit aus Holz bauen. Das ist eine Erweiterung unseres Produktportfolios. In Wien werden die Wohneinheiten immer kleiner, weil es sich die Leute nicht mehr leisten können. Da wären unsere Tiny Houses eine tolle Alternative.

Weil wir gerade bei Innovationen sind, muss ich auf den Entrepreneur und Skype-Mitbegründer Morten Lund verweisen, der mit seinem Start-up Poshtel Popup durchstarten und die Welt mit seinen Modulbauten revolutionieren will. Sehen Sie den Dänen als Konkurrenz?

Man muss jeden ernst nehmen und ich habe vor allen Respekt. Aber am Ende des Tages gibt es unterschiedliche Sparten, Tiny Houses sind etwas komplett anderes als interimistisch aufgebaute Containerlösungen. Das Know-how, das wir uns seit 1972 aufgebaut haben, ist sehr viel Geld wert. Und wenn uns da einer einholen möchte, hat er viel zu tun.

Die Bandbreite der Interessenten wächst, wenn Sie neben Roadshows und Messen auch Radiostudios, Tresorräume und Arztpraxen aus Containern produzieren. Wie bereiten Sie Ihre weltweit 40 Fachberater auf die Diversifizierung des Portfolios vor?

Die ELA GmbH ist eine reine Vermietungsfirma. Wenn wir in andere Kernbereiche gehen, zum Beispiel Offshore, dann beginnen wir dort auch mit einer fachspezifischen Crew. Weil wir die Menschen in der Sprache abholen wollen, die sie sprechen. Seit September 2018 haben wir ein reines Sales Unternehmen, das nichts anderes macht, als zu verkaufen. Und das werden wir ausbauen. Wir werden Tiny Houses anbieten oder andere Spezialeinheiten, die sich um Gebrauchtcontainer kümmern. So können wir sicherstellen, dass wir in den einzelnen Bereichen immer am Puls der Zeit sind.

Sie werben mit „Made in Germany“: Werden Ela Container zu einhundert Prozent in Deutschland gefertigt?

Es verstehen nur wenige, warum wir damit werben. 95 Prozent der Menschen glauben, dass man im Ausland günstiger produzieren kann, aber das ist ein Trugschluss. Wenn ich einen qualitativ hochwertigen Container produzieren will, dann macht der Materialanteil am Container achtzig Prozent aus. Der Arbeitsanteil am Produkt ist relativ gering. Wenn ich in Tschechien fertigen lasse, dann heben die Transportkosten den finanziellen Vorteil auf, den ich eventuell bei der Fertigung lukriere. Wenn ich vollautomatisiert Container in Deutschland produziere, dann habe ich alles richtig gemacht. Dann habe ich ein qualitativ hochwertiges Produkt, direkt an dem Ort, an dem ich es brauche. Wenn ich Russland als Riesenmarkt begreife, dann lasse ich natürlich nicht alle Produkte von Deutschland nach Russland führen. Nach meiner Blaupause können wir die Qualitätsproduktion in Deutschland gewährleisten. Das geht natürlich in der gesamten Welt. Und ohne Roboter wird zukünftig nichts mehr laufen.

Wie ist das zu verstehen?

Wir haben uns schon auf die zukünftigen Szenarien vorbereitet. Egal, wo auf der Welt wir eine Produktion brauchen, können wir eine robotergesteuerte Produktion aufziehen.

Verlieren dadurch Menschen Jobs?

Wir denken nie über Jobkürzungen nach, sondern nur, wie wir unser Firmenwachstum aufrechterhalten. Sie wissen ja, dass es künftig immer weniger Facharbeiter geben wird. Wenn Sie wie wir wachsen und um zehn Prozent pro Jahr mehr erwirtschaften möchten, verdoppeln Sie sich in weniger als einem Jahrzehnt. Wenn wir von 15 Prozent ausgehen, wie bei ELA zu Weltwirtschaftskrisenzeiten, erreichen wir die Verdoppelung natürlich noch früher. Da müssen wir uns überlegen, woher wir die Mitarbeiter von morgen bekommen. Wenn wir Roboter einsetzen, die unser Wachstum unterstützen, dann ist das perfekt. Deshalb entlassen wir keine Menschen, sondern stellen permanent neue ein.

Apropos Wachstum. Sie haben in Bayern vor, Ihre Niederlassung mit 50.000 Quadratmetern zu erweitern. Die Bürger setzen sich aber zur Wehr, weil 40.000 Quadratmeter verbaut werden sollen. Ist da eine Einigung in Sicht?

Als wir in Baden-Württemberg an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen sind, haben wir ein Grundstück in Bayern gesucht, um zusätzliche Produktionsflächen zu schaffen. Diese Flächen sind aber schon wieder ausgelastet. Wir haben nicht damit gerechnet, dass sich der Markt so positiv entwickelt, auch wenn wir es gehofft haben. Aber wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit der Bürgerinitiative. Wir wissen, was Sie fordern. Wir wissen aber auch, was wir brauchen. Da wird es schon zu einer gütlichen Einigung kommen, damit alle Seiten am Ende des Tages zufrieden sind.

Wo sehen Sie sich in 15 Jahren?

Wir wollen, wie in den letzten 15 Jahren, zehn Prozent pro Jahr wachsen. Auch wenn alles mit Containern begonnen hat, sind wir eine Unternehmerfamilie. Wir haben einige andere Firmen im Portfolio.

Welche Firmen sind das?

Wir haben in der Albers Gruppe beispielsweise Europas größte und modernste Fischfarm, darüber hinaus einen Online-Versandhandel, die „alsa-hundewelt“. Da versenden wir Tierprodukte, von Zubehör bis Tierkleidung. Daraus ist das Unternehmen, „Landguth“, entstanden, das seit 15 Jahren Hunde- und Katzenfutter herstellt. Mit 1,8 Millionen Behältern pro Tag. Die Firma Landgut beliefert mittlerweile 43 Länder, darunter auch China. Mit Günter Albers Immobilien sind wir im Real-Estate-Bereich im erweiterten Emsland tätig, im Umkreis von 150 Kilometern um Haren.

Ist die Nachfolge im Familienunternehmen geregelt?

Wir haben als Familienbetrieb eine Familienverfassung, das würde ich jedem anderen Familienunternehmen auch empfehlen. Diese sichert die Zukunft von Familien geführten Firmen. Da wird alles geklärt, von den anvisierten Wachstumsraten bis hin zu der Frage: Wann kommt die nächste Generation ins Unternehmen. Damit haben wir uns schon 2007 beschäftigt und 2009 als Gesellschafter unterschrieben. Über die Jahre haben wir die Familienverfassung verfeinert und ergänzt. Wir drei Geschwister haben sieben Kinder, mit denen wir die Verfassung in den letzten beiden Jahren weiterentwickelt haben. Es ist wichtig, die Kinder früh genug mit auf die Reise zu nehmen, damit sie wissen, was sie erwartet

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