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Staatspreis Holzbau 2026: Erweiterung Bürogebäude Windkraft Simonsfeld
© Patrick Johannsen Fotografie

Erster Staatspreis Holzbau vergeben

Mit dem Österreichischen Staatspreis Holzbau zeichnet der Bund erstmals herausragende Holzbauten auf nationaler Ebene aus. Die Preisverleihung fand am 28. Mai 2026 in den Sofiensälen in Wien statt – verbunden mit einem deutlichen Appell der Jury an Kommunen und Länder.

Aus 41 nominierten Projekten aus ganz Österreich wählte eine internationale Fachjury im Rahmen einer Besichtigungstour drei Hauptpreise und zwei Anerkennungen aus. Nominiert waren automatisch alle Preisträger der Holzbaupreise, die zwischen 2023 und 2025 in den neun Bundesländern vergeben wurden. Bewertet wurden architektonische Qualität, der materialgerechte und innovative Umgang mit Holz, ressourceneffizienter Materialeinsatz sowie der Beitrag zu CO₂-Reduktion und Kreislaufwirtschaft.

Den Vorsitz der Jury führte Architektin Nicole Kerstin Berganski (TU Berlin), unterstützt von Annette Hafner (Ruhr-Universität Bochum) und Tragwerksplaner Pirmin Jung.

Staatspreis Holzbau mit klarem Signal an die öffentliche Hand

In ihrem Statement betonte die Jury des Staatspreis Holzbau, dass der Wille zu mehr Holzbauten zwar vorhanden sei, die Umsetzung aber „noch hinter dem Möglichen" zurückbleibe. „Die Jury appelliert daher insbesondere an die öffentliche Hand, die Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz zu optimieren, damit mehr Wohnbauten, mehr Kommunal- und Sportbauten aus Holz gebaut werden. Hier liegt ein großes Potenzial, das bislang zu wenig genutzt wird."

Diese Einschätzung untermauern Zahlen der Statistik Austria: Der Holzbauanteil liegt in Österreich bei 11,6 Prozent – im mehrgeschossigen Wohnbau sogar nur bei 4,4 Prozent. Holz gilt als nachwachsender, CO₂-bindender Rohstoff mit hoher Tragfähigkeit, präziser Vorfertigung und guter Ökobilanz und damit als zentraler Baustoff für Nachverdichtung, Aufstockung und Sanierung.

Ausgezeichnetes Projekt: Windkraft Simonsfeld

Einen der drei Hauptpreise erhielt die „Erweiterung Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld" in Ernstbrunn (Niederösterreich), realisiert von Strobl Bau – Holzbau gemeinsam mit der Windkraft Simonsfeld AG, juri troy architects und KPPK ZT GmbH. Der Holzskelettbau setzt konsequent auf regionale, natürliche Materialien wie Holz und Lehm und wurde zudem mit der Höchstbewertung „klimaaktiv Gold" ausgezeichnet.

„Der Staatspreis Holzbau bestätigt einmal mehr, dass Strobl Bau – Holzbau als steirisches Unternehmen nicht nur regional, sondern österreichweit zu den führenden Betrieben im modernen Holzbau zählt", sagt Geschäftsführer Johann Harrer.

Zum Staatspreis Holzbau

Der Staatspreis wurde vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft in Kooperation mit proHolz Austria ausgelobt, aus Mitteln des Waldfonds gefördert und wird künftig alle vier Jahre vergeben. Erstmals verliehen wurde zudem der Innovationspreis Holz, unterstützt von der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative. Zwei der prämierten Projekte – darunter Windkraft Simonsfeld – sind für den europäischen WoodPoP Dara Award nominiert, der im Herbst 2026 vergeben wird.

Weitere Informationen: www.staatspreis-holzbau.at