Kommentar Gerhard Schenk, GF Apleona HSG GmbH

Facility-Manager der Zukunft

„Die Preise in der Branche geben es nicht her, dass wir mehr bezahlen können, um noch besser ausgebildete Spezialisten zu beschäftigen“

Im Zuge der Diskussion um und über Facility Management wird immer wieder die Bedeutung des handelnden Mitarbeiters – des Facility Managers, oder auch Objektmanagers – betont. Und tatsächlich hat dieser in den klassischen Outsourcing FM-Verträgen eine multifunktionale Herausforderung, denn …
… er sollte kommunikatives Organisationstalent sein, um „den Laden vorort schmeißen“ zu können,
… er sollte Psychologe sein, um auf die Bedürfnisse der Mieter, insbesondere deren Mitarbeiter eingehen zu können, wenn es gerade wieder einmal zu heiß oder zu kalt ist,
… er sollte Kaufmann sein, um einerseits mit dem Auftraggeber bzw. dessen Hausverwalter die CAPEX Budgets zu machen, aber auch den Auftrag intern für das Unternehmen für das er tätig ist, wirtschaftlich darstellen können. Und das ist bei größeren Immobilien, wie z.B. dem T-Center oder dem DC-Tower und der Komplexität des Leistungsbildes schon eine echte Herausforderung.
… er sollte Techniker sein, um die Arbeiten seiner Mitarbeiter oder allenfalls beauftragter Fremdfirmen qualitativ beurteilen zu können,
… er sollte „Jurist“ sein, um zumindest ein Gefühl dafür zu haben, was heikel sein könnte und worauf besonderes Augenmerk zu richten ist – z.B. Stichwort Betreiberverantwortung! Von den einzuhaltenden Normen und Vorschriften ganz zu schweigen.
… und letztlich sollte er omnipräsent sein, also immer und überall für alle kleinen und großen Themen verfügbar sein.
 
Soweit das Anforderungsprofil, das in den Ausschreibungen i.d.R. zumindest die fachlichen Punkte betreffend auch immer abgefragt wird und wo sich die ausführenden Dienstleister immer schwerer tun, dafür geeignete Mitarbeiter zu haben bzw. zu finden. Denn auf der anderen Seite sind die Kunden nicht, oder zumindest immer weniger bereit, dieses Anforderungsprofil auch zu bezahlen. Das ist umso unverständlicher, als alle davon profitieren würden. Denn der Auftraggeber hätte weniger Stress mit der Immobilie, die Mieter würden sich gut betreut fühlen und der Arbeitgeber hätte einen Auftrag, der ihm wahrscheinlich weniger management attention abverlangen würde. Und positive Beispiele dafür gibt es genug nur geraten auch diese schon langsam unter Druck. Aber dieses Paradoxon ist vermutlich mit dem in der Baubranche vergleichbar, wo alle bestätigen, dass eine gute Planung „die halbe Miete“ ist und trotzdem steht diese auch unter stetig zunehmendem Druck. Eine eigenartige Welt in der wir leben …

Gerhard Schenk ist Geschäftsführer der Apleona HSG GmbH

 

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