Was als freiwillige Kür begann, ist heute in vielen Bereichen zur faktischen Pflicht geworden. Gebäudezertifikate, EU-Taxonomie, ESG-Scoring – im zweiten Halbjahr möchte ÖGNI zudem mit einem neuen internationalen Zertifikat für den leistbaren Wohnbau starten – für Bauherren, Investoren und Planer ist die Nachhaltigkeitsbewertung ein komplexes Navigationsfeld. Während die einen darin unverzichtbare Qualitätsnachweise sehen, halten die anderen sie für kostspielige Marketinginstrumente. Mit dem angekündigten digitalen Gebäudelogbuch verschiebt sich diese Debatte. Denn wenn künftig alle relevanten Gebäudedaten zentral erfasst werden, stellt sich die Frage neu: Braucht es dann noch all die Labels? a3BAU wirft einen Blick auf den aktuellen Stand bei Gebäudezertifikaten in Österreich und darauf, wie die Branche das wachsende System aus Standards, Förderlogiken und EU-Vorgaben bewertet.