Erneuerbare Energie
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Grüner Marshallplan aus der Corona- und Umweltkrise

Seit 25 Jahren wird der Tag der Erneuerbaren Energie gefeiert. Während zu Beginn vor allem auf Atomgefahren hingewiesen wurde, gilt heute der Bewältigung der Klimakrise die Aufmerksamkeit. Seit einigen Wochen steht darüber hinaus die COVID-19 Pandemie im Zentrum, die zu massiven Einbrüchen bei den Umsätzen in der Wirtschaft geführt hat.

Für das langsame Hochfahren der Wirtschaft nach der Coronakrise wurden Konjunkturpakete angekündigt, um Investitionen und Konsum anzukurbeln. Aus Sicht der Solarwärmebranche soll es dabei keine Staatshilfen geben, um die fossile Energieversorgung wieder hochzufahren. Alle Investitionen müssen in Richtung erneuerbare Energie gelenkt werden, mit einem Klima-Konjunkturpaket sollen Wirtschaft und Klima gemeinsam gerettet werden.

Solarinitiative 20>50 bis 2030 starten

„Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig die Versorgung mit heimischen Rohstoffen und Produkten in der Krise ist“, betont Roger Hackstock, Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar. Österreich heizt zu 64 Prozent mit Öl, Gas und Kohle, wofür die Haushalte zehn Milliarden Euro jährlich ausgeben, die zum Großteil ins Ausland fließen. Die Hauptlieferländer von Öl und Gas für Österreich sind Kasachstan, Irak, Aserbaidschan, Lybien, Nigeria und Russland. Auch alle diese Länder waren von der Corona-Krise betroffen.

Für eine klimaneutrale Energiezukunft ist es notwendig, eigene heimische Energieträger stärker zu nutzen.

In den nächsten zehn Jahren sollte dafür die Installation von Solarwärme-Anlagen von derzeit 20 auf 50 pro Tag gesteigert werden. Dabei sollen speziell größere Anlagen für Betriebe und solare Fernwärme forciert werden, die einen höheren Beitrag zu den Klimazielen leisten. Solarwärme spart derzeit rund eine halbe Million Tonnen Treibhausgase pro Jahr in Österreich. Mit dem Ausbau kann die Einsparung auf über eine Million Tonnen CO2-Emissionen im Jahr 2030 gesteigert werden. Dies ist ein Drittel des Reduktionsziels der Wärmestrategie der Bundesregierung von drei Million Tonnen CO2-Emissionen im Jahr 2030 im Gebäudebereich.

Um den Ausbau von Solarwärme zu steigern, sind gezielte politische Maßnahme nötig. Die wichtigste Maßnahme ist die Umsetzung einer ökologischen CO2-Besteuerung, wie im Regierungsprogramm von türkis-grün angekündigt. Eine kurzfristige Maßnahme ist der Raus-aus-Öl Bonus, der so rasch als möglich gestartet werden muss.

IG Windkraft fordert einen grünen Marshallplan

Mit den sinkenden Zahlen der erkrankten Menschen müssen nun wieder jene Themen, die davor hohe Priorität auf der politischen Agenda hatten, in den Mittelpunkt rücken und mit der Aufarbeitung der Folgen der Coronapandemie verknüpft werden. Hierauf verweist der fünfte weltweite Klimastreik - #NetzstreikFürsKlima -einmal mehr auf den Klimaschutz als zentrale Handlungsanleitung für kommende politische Entscheidungen ein.

„Jetzt könnte der Ausbau der Windkraft nicht nur seinen Beitrag gegen die Klimakrise leisten, sondern auch dabei helfen, die kommende Wirtschaftskrise abzufedern“, betont Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft: Mit dem zügigen Ausbau der Windkraft, also mindestens 120 Windräder pro Jahr, könnten so in den nächsten Jahren 6,8 Mrd. Euro an Investitionen ausgelöst werden. Allein 2,4 Mrd. Euro Wertschöpfung werden bei der Errichtung der Windräder generiert und weitere 275 Mio. Euro jährlich durch den Betrieb und die Wartung der Anlagen sichergestellt.

In den nächsten zehn Jahren können 30.000 Personen auf den Windradbaustellen beschäftigt werden. Weitere 2.700 Dauerarbeitsplätze können dauerhaft für die Wartung und den Betreib neu geschaffen werden. „Die Arbeitsplätze der Windbranche sind doppelt wertvoll, werden sie vor allem in jenen Regionen des ländlichen Raumes geschaffen, die sehr stark durch Abwanderung gekennzeichnet sind“, betont Moidl. Gesteigerte Investitionen bei erneuerbaren Energien bringen auch eine Erhöhung der Steuerleistungen und damit stark positive Effekte für den Finanzminister. „Die Förderung der erneuerbaren Energien wird durch die Stromrechnung finanziert und belastet dadurch nicht den Budgethaushalt“, so Moidl abschließend.

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