Robert Schmid, Geschäftsführer der Baumit Group, und Agathe Chajdas, Viva Research Park Management, im Viva Forschungspark von Baumit.
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Hitzeschutz beginnt bei der Gebäudehülle

Wirksamer Hitzeschutz beginnt nicht bei der Klimaanlage, sondern bei der Gebäudehülle. Messungen im Viva Forschungspark von Baumit zeigen: Massives Mauerwerk mit Außendämmung hält Wohnräume auch bei extremer Sommerhitze spürbar kühler – ganz ohne zusätzlichen Stromverbrauch.

Bis zu 40 °C in Wien, dazu eine Rekordnacht mit 27,3 °C: Wenn die Hitze selbst nachts nicht mehr nachlässt, wird die eigene Wohnung zur Belastungsprobe. Der Körper findet keine Erholung, Schlaf wird zur Mangelware, Erschöpfung und Kreislaufprobleme nehmen zu. Besonders für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vulnerable Personen kann ein überhitzter Wohnraum zum Risiko werden. Die jüngste Hitzewelle zeigt: baulicher Hitzeschutz beginnt bei der Gebäudehülle, nicht erst beim Nachtlüften.

Dämmung und Speichermasse als wirksamer Hitzeschutz

Eine gute Fassadendämmung hält einen Großteil der Hitze draußen. Massive Wände mit hoher Speichermasse verzögern die Erwärmung zusätzlich und tragen dazu bei, die Innenraumtemperatur über den Tag stabil zu halten – ohne Stromverbrauch und laufende Kosten. Das bestätigen aktuelle Messungen im Viva Forschungspark von Baumit in Wopfing (Niederösterreich), wo unterschiedliche Bauweisen unter realen Bedingungen verglichen werden.

Messergebnisse: Hitzeschutz im Vergleich der Bauweisen

Am 29. Juni 2026 wurden die Innentemperaturen der Forschungshäuser bei einer Außentemperatur von 36,5 °C gemessen. Im gedämmten Haus mit 25er Ziegel zeigte das Thermometer 25,9 °C – um 10,6 °C weniger als draußen. Das vergleichbare ungedämmte Ziegelhaus erreichte hingegen 29,7 °C.

Grafik Messdaten

Besonders deutlich war der Unterschied bei den beiden nachgebauten Gründerzeithäusern mit 50er Vollziegel: Während das ungedämmte Haus (H11) auf 28,3 °C kam, blieb das gedämmte Vergleichshaus (H12) bei 24,2 °C – und damit 12,3 °C unter der Außentemperatur. Auch weitere gedämmte Forschungshäuser im Park blieben bei der Innenraummessung unter 28 °C Raumtemperatur.

Balkengrafik

Robert Schmid, Geschäftsführer der Baumit Group, kommentiert: „Ich bin glücklich, in einem gut gedämmten Ziegelhaus zu leben. Selbst nach vielen heißen Tagen schlafe ich gut und wache erholt auf. Wenn künftig alle Gebäude – vor allem schlecht oder gar nicht gedämmte – mit Klimaanlagen ausgestattet werden müssen, um Hitzewellen wie diese überhaupt erträglich zu machen, gerät die Stromversorgung massiv unter Druck. Eine gute Dämmung wirkt wie eine Klimaanlage, nur ohne zusätzlichen Stromverbrauch und laufende Wartungskosten.“

Hitzeschutz braucht mehr als Nachtlüften

Außenliegende Verschattung und richtiges Lüften in den kühleren Nacht- und Morgenstunden bleiben wichtige Ergänzungen, ersetzen aber keinen wirksamen baulichen Hitzeschutz. Wer heute dämmt und auf ausreichend Speichermasse setzt, schafft ein Wohnraumklima, das im Winter Wärme hält und im Sommer Hitze draußen lässt.

Weitere Informationen zum Viva Forschungspark von Baumit gibt es unter baumit.at/viva