Symbolische Hausbaupläne in Tablet dargestellt
Fotolia/Ishap
Apps können die Lösung für zukünftige Herausforderungen im Facility Management sein

BIM2FIM LIGHT

Eine immer komplexer werdende Haus- und Sicherheitstechnik stellt auch die Gebäudewartung und -dokumentation vor große Herausforderungen. Softwaresysteme zur Digitalisierung der Gebäudedaten und Apps, die dem Facility Management jederzeit Auskunft über den Gebäudezustand geben, lösen die Aktenordner ab und sind bei Due-Dilligence-Prüfungen besonders hilfreich.

Ab 2020 werden alle Gebäude der Porr digitalisiert und sowohl aktuelle als auch künftige Eigentümer dieser Liegenschaften können per Knopfdruck auf alle Geräte und Anlagen zugreifen, erklärt Thomas Korol, CEO von Ishap. Den meisten in der Baubranche ist das Unternehmen durch die Personaldokumentation mit der Ishap-Card bekannt. Seit kurzem bietet das Team von Korol aber auch ein Rundum-Sorglos-Paket für die Gebäudedokumentation an.

Unter dem Namen „Digitales Haus“ wurde ein umfassendes Dokumentationskonzept entwickelt, das die grundlegende Erfassung aller relevanten Informationen und Dokumente zu einem Gebäude und eine systematische digitale Aufbereitung als Dienstleistung zur weiteren Verwendung über den Lebenszyklus des Gebäudes beinhaltet. Damit werden alle, für den Betrieb und die Verkehrssicherheit relevanten Informationen zu einer Liegenschaft, übersichtlich und systematisch in der Cloud gespeichert und sind je nach Erfordernis und Berechtigung, für alle Beteiligten – vom Eigentümer über Verwalter und FM, bis hin zu Professionisten – jederzeit verfügbar.

Damit könnte sich für Facility Manager das leidige Problem lösen, woher die Daten für das Facility Information Modeling kommen, denn die Übernahme aus den BIM-Modellen der Planer bzw. Errichter gestaltet sich in der Regel noch schwierig. Ishap kümmert sich darum, schon in der Bauphase das BIM-Modell um jene Funktionen, Daten und Informationen für die wichtige Nutzungsphase zu erweitern. Die Ishap-Mitarbeiter holen sich die relevanten Daten und bereiten diese digital für das FM auf.  „Mit unserem Ishap FIM (Facility Information Modeling) und dem digitalen Bauakt bzw. Bauwerksbuch, werden alle Daten zu einem Bauwerk gebündelt und sind digital abrufbar – und zwar für immer“, erklärt Korol.

Wartungsbuch und Befund-App

Weitere Elemente sind das Ishap-Wartungsbuch, das als digitales Anlagenbuch zu verstehen ist. Das Ishap-Team erfasst in Abstimmung mit den Projektbeteiligten, alle Anlagen mit den jeweils notwendigen Prüf-, Kontroll- und Wartungsverpflichtungen und die erforderlichen Intervalle. Das Wartungsbuch kann so detailliert erfolgen, dass bei Anlagen wie Rauchmeldern oder Feuerlöschern jeder einzelne Rauchmelder im „Digitalen Haus“ verortet ist und somit bei den Wartungen eindeutig zugeordnet und leicht lokalisiert werden kann. Das Wartungsbuch erinnert auch an bevorstehende Prüfungen und wird durch die so genannte „Befund-App“ ergänzt, die es ermöglicht, Prüfbefunde von Professionisten direkt vor Ort via Smartphone zu erstellen und dann sofort im Wartungsbuch zu speichern.

„Bei vielen Großprojekten sind Prüfpflichtige Einheiten von 7.000 Stück oder mehr durchaus möglich. Wir machen diese ganz einfach für alle mit der Immobilie befassten Handwerker sichtbar. Dafür verwenden wir sogenannte Layer, die mit den unterschiedlichsten technischen Geräten verknüpft sind. Per Mausklick werden beispielsweise alle Feuerlöscher, Klimaanlagen, Rauchmelder oder Notbeleuchtungen sichtbar und damit bei regelmäßigen geforderten Überprüfungen auch sehr einfach im Gebäude lokalisierbar.

Professionisten können Prüfbefunde digital vor Ort mit dem Mobilgerät (Handy, Tablet) erfassen und sofort an das „Digitale Haus“ senden. Die App enthält standardisierte Checklisten zu allen relevanten Branchen mit den für Gebäudeanlagen wichtigen Prüfpunkten. Damit kann eine Anlage sofort vor Ort, mittels verpflichtender Auswahlfelder, als mangelfrei befundet werden oder es werden Mängel aufgezeigt, die dann zu beheben sind. Die Anforderungen und Inhalte der Formulare für die Prüfungen sind gemeinsam mit Sachverständigen der jeweiligen Branche abgestimmt. Die verwendeten Formulare weisen durch die enge Zusammenarbeit mit den Experten der Branche einen hohen Praxisbezug und klare Vorgehensweisen für Prüfungen auf und sind gleichzeitig an die gesetzlichen Anforderungen angepasst.

Bei Bestandsobjekten ist die exakte Dokumentation des Ist-Zustandes wichtig, um bei Bauschäden eine Beweissicherung durchführen zu können. Die Ishap-Beweissicherung dokumentiert schon vor Baustart vorhandene Gegebenheiten, wie etwa Risse, um langwierige und kostspielige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Wird die Beweissicherung im „Digitalen Haus“ dokumentiert, kann auch nach vielen Jahren schnell darauf zurückgegriffen werden, um den Zustand vor Baubeginn nachzuweisen und mit Fakten (Fotos, Daten, etc.) zu beweisen.

Befund-App

Jedes größere Gebäude ist ein Aktenordner-Chaos für das Facility Management. Die  Befund-App von Ishap informiert automatisch und zeitgerecht am PC, Handy oder Tablet über anstehende Überprüfungsintervalle von bis zu 140 sicherheitsrelevanten Gebäudekomponenten wie Lüftungsanlagen, Brandschutz, Rauchmelder, Lifte, Garagentore, aber auch über die regelmäßige Überprüfung von Spielplatzgeräten. Die Vorteile:

  • lückenlose Dokumentation und Befundung aller sicherheitsrelevanten Gebäudeanlagen
  • zentrale und papierlose Verwaltung
  • praktisch durch Nutzung von Handy und Tablet und mobile Vor-Ort-Erfassung
  • jederzeit und von überall abrufbar von berechtigten Nutzern
  • systematische Fotodokumentation
  • sichere Ablage aller erstellten Befunde und automatische Protokollierung
  • Befundvorlage immer dem Letztstand bzgl. Normen und Gesetzen
  • enge Zusammenarbeit mit den relevanten Fachverbänden der jeweiligen Branchen und WKO

Mehr Informationen: www.ishap.at

 

Kurzinterview

„Die Befund-App warnt bei nicht kontrollierten Anlagen“

 

Thomas Korol, Geschäftsführer Ishap | Foto von Korol Ishap

Nach der Personaldokumentation rollte Ishap die Software-Lösungen rund um die Gebäudedokumentation aus. Ishap-Geschäftsführer Thomas Korol erklärt die Besonderheiten rund ums „Digitale Haus“.

a3BAU: Wie kommt man von der Personal- auf die Gebäudedokumentation?

Thomas Korol: Auch hier haben gesetzliche Vorschriften, dazu geführt, dass die Dokumentationspflichten stark zugenommen haben und die Verantwortlichen – in diesem Fall Liegenschaftseigentümer – oft zeitlich, aber auch technisch überfordert sind und Unterstützung brauchen, die wir ihnen mit unseren Softwarelösungen bieten.

Sie sprechen die Sicherheitstechnische Begehung nach der Önorm B1300 an?

Richtig. Laut Gesetz haben Liegenschaftseigentümer von Bestandsobjekten aber auch bei Neubauten dafür zu sorgen, dass von ihrem Eigentum keine Gefahr für die Sicherheit ausgeht. Das bringt nicht nur Verpflichtungen, sondern auch Vorteile, denn durch regelmäßige fachmännische Kontrollen und Einhaltung von Prüfzyklen der Immobilie können frühzeitig Schäden und Gefahren quellen eruiert werden, um Haftungen zu minimieren oder sogar gänzlich zu vermeiden.

Wer ist Zielgruppe für die Software „Digitales Haus“?

Wir werden sehr oft für Due-Dilligence-Prüfungen gerufen, aber im Prinzip kann jeder, der eine Immobilie besetzt beziehungsweise betreibt, davon profitieren, also Eigentümer, Hausverwaltungen, Genossenschaften, Bauträger, Immobilienverwaltungen, gewerbliche Mieter oder auch Baufirmen.

BIM2FIM ist die Idee, die Daten des digitalen Zwillings in das Facility Management überzuführen. Kann Ihre Software das leisten?

Der BIM-Standard setzt sich immer mehr durch. Um die weiterführende Nutzung des digitalen Modells nach Bauende zu ermöglichen, ist eine dementsprechende Aufbereitung der relevanten Daten schon in der Errichtungsphase essenziell. Wir erheben die relevanten Daten und bereiten sie auf, erstellen einen digitalen Bauakt. ein digitales Bauwerksbuch, ein digitales Prüf- und Wartungsbuch und einige Dinge mehr, je nach Anforderung.

Was kostet eine Gebäudedokumentation?

Das ist immer sehr individuell. Aber um eine Zahl zu nennen: Für eine Liegenschaft mit zwei Stiegenhäusern werden in etwa 2.500 Euro für die Gebäudedokumentation anfallen.

 

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