Kletterschalung im Wochentakt: Rohbau des Europa-Allee-Towers
Wie ein weißer Monolith überragt der 124 Meter hohe Europa-Allee-Tower das Frankfurter Europaviertel. Den Rohbau des Hochhauses sowie den neuen Messeeingang Süd realisierte die bauausführende Firma Lupp in nur zwölf Monaten. Möglich wurde das enge Zeitfenster unter anderem durch eine durchdachte Kletterschalung, die ohne separate Nachlaufbühnen auskam. Parallel dazu entstand die direkt anschließende Messe-Verbindungsbrücke VIA Mobile West, die den neuen Messeeingang Süd mit der Messehalle 12 verbindet. Für beide Bauwerke arbeitete Lupp eng mit den Schalungsspezialisten von Doka zusammen, mit denen man zuvor bereits den Frankfurter Omniturm realisiert hatte.


© Doka
Kletterschalung ohne Nachlaufbühnen für den Hochhauskern
Da die Vorlaufzeit für die Konzeptentwicklung aufgrund der kurzfristigen Beauftragung begrenzt war, entwickelten Lupp und Doka für den Hochhauskern eine durchdachte Zwitterlösung. „Wir haben zwar klassisch die Wände vorausgebaut, aber kamen mit den Decken so schnell nach, dass wir von den Decken aus alle Nachlaufarbeiten schnell hinterherziehen konnten. Das hat so super funktioniert, dass wir trotz der einfachen Lösung unseren Wochentakt pro Geschoss geschafft haben", erklärt Michael Bellon, verantwortlicher Oberpolier bei Lupp. Eingesetzt wurde dafür die leichte Kletterschalung Xclimb 60 – ohne Nachlaufbühnen, da mit dem Deckenschalungssystem DokaXdek direkt nachgezogen werden konnte.
Neu entwickelte Kletterschalung mit Klappbühnen
Bei der Kletterlösung selbst wurde etwas bislang Ungewohntes erprobt: Die vormontierte Kletterschalung Xclimb 60 wurde mit neu entwickelten Klappbühnen und einklappbarer Spindel angeliefert und direkt vom Lkw ans Gebäude montiert – in der beengten Innenstadtlage eine Möglichkeit, Lager- und Vormontageplatz zu sparen. Zudem wurde das Klettersystem in nur einem statt in zwei Schuhen geführt, wodurch es sich deutlich schlanker halten ließ. Das bereits 2017 für den Omniturm entwickelte Schutzschild kam beim Europa-Allee-Tower bereits zum dritten Mal zum Einsatz und sorgte für einen durchgehenden Schutz der Baustellenmannschaft.
3D-Stützen in Sichtbeton SB4 bei der VIA Mobile West
Über die VIA Mobile West gelangen Besucherinnen und Besucher vom neuen Messeeingang Süd barrierefrei und wettergeschützt zur Messehalle 12. Für die Verbindungsbrücke mussten komplexe, drei- und vierarmige 3D-Stützen mit höchsten Sichtbetonanforderungen (SB4) gefertigt werden. Während die rund 6 Meter hohen, symmetrischen vierarmigen Stützen konventionell mit geschlossenen Formholzkästen ausgeführt werden konnten, erforderten die aufwendigeren dreiarmigen Stützen – rund 7 Meter hoch, mit Armlängen bis 8,50 Meter und unterschiedlichen Neigungen – eine eigene Lösung: Jeder Arm wurde einzeln geschalt, mit per 3D-Planung passgenau zugeschnittenen Trägerschalungselementen, die mittels Spindelstreben auf rechtwinklige Gesperre gesetzt wurden. Die vorgefertigten Segmente ließen sich vor Ort einfach einheben und montieren, was neben Zeit auch rund 33 Kubikmeter Formholz einsparte. Für die geforderte Oberflächenqualität in Sichtbetonklasse SB4 kam eine hochwertige Schalhaut zum Einsatz. Trotz winterlicher Bedingungen und engem Zeitplan waren die umfangreichen Arbeiten in weniger als drei Monaten abgeschlossen.

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Rohbau termingerecht abgeschlossen
Mittlerweile sind die Rohbauarbeiten beider Projekte fristgerecht abgeschlossen. Wichtigste Nutzer im Europa-Allee-Tower werden die Sparda-Bank, die Messe Frankfurt sowie die ATLANTIC Hotel Gruppe sein.