Sanierungstage 2026
© OFI (Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie & Technik)

Zukunft der Bestandssanierung im Fokus

Zum diesjährigen Leitthema „Sanieren im Bestand: Nachhaltig. Effizient. Werterhaltend.“ kamen Expert:innen aus Bauwesen, Forschung und Lehre, sowie Planung und Industrie auf den Wiener Sanierungstagen 2026 zusammen und diskutierten Herausforderungen und innovative Lösungsansätze rund um das Thema Bestandssanierung.

Wie Ist eine ökologische und soziale Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft möglich? Was hat Substanzerhalt mit Kreislaufwirtschaft und Immobilienwert zu tun? Welche Herausforderungen und Chancen bieten die Werkstoffe PVC und Beton im Spannungsfeld von „Circular Economy“ und Nachhaltigkeitsfragen? Diese und mehr Fragen wurden am 7. und 8. Mai im Festsaal im Haus der Ingenieure bei den Wiener Sanierungstagen in Wien präsentiert und diskutiert.

Als traditionsreiche Fachveranstaltung und etablierter Branchentreffpunkt boten die Wiener Sanierungstage auch heuer wieder eine hochkarätige Plattform für Wissenstransfer, interdisziplinären Austausch und Networking. Auch nach über drei Jahrzehnten hat der Themenkomplex Bestandssanierung und ressourcenschonende Nachverdichtung nicht an Relevanz verloren – ganz im Gegenteil. Angesichts aktueller (und zukünftiger) Herausforderungen wie Demografie- und Stadtentwicklung, Energiepolitik und zirkulärer Wirtschaft bleibt Sanierung und Substanzerhalt ein dringliches Thema mit Informations- und Innovationsbedarf.

Nachhaltigkeit, EU-Taxonomie und Transformation

Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßten OFI Präsident Hubert Culik, Vizepräsident Sven Rabe und OFI Geschäftsführer und Bau-Experte Michael Balak die Gäste. Die folgenden Fachvorträge spannten thematisch einen weiten Bogen mit Vorträgen zu Themen wie Mehrfachnutzung von Freiflächen bei Bestandsgebäuden, Sanierungsmethoden bei Baudenkmälern und Altbauten oder Anwendungsmöglichkeiten für Brandschutzverglasung. Weitere Themen waren Nachhaltigkeitskriterien für eine EU-taxonomiekonforme Sanierung von Bestandsgebäuden, ökologisch und ökonomisch effiziente Sanierungsstrategien und Materialfragen – etwa im Umgang mit den umstrittenen Werkstoffen PVC und Beton – bis hin zu aktuellen Entwicklungen bei Gebäudetechnik sowie klimawandelbedingten Anforderungen an Kühlung und Lüftung.

Historische Gebäude im Fokus

Spannende Einblicke in Remastering- und Re-Use-Projekte boten zwei Vorträge rund um prominente Bauwerke: DI Klaus Stanek (KS Ingenieure ZT) und Ing. Stefan Fleck (KHMMuseumsverband) präsentierten den Planungsprozess für den Umbau des denkmalgeschützten Kunsthistorischen Museums im Vollbetrieb. Mit dem „Dachkleid eines Kaiserhofes“ beschäftigte sich der Vortrag von DI Markus M. Zechner (Zechner Denkmal Consulting) und Helmut Kocher (Spenglerei & Dachdeckerei Kocher). Sie präsentierten gemeinsam wie Beforschung, Sanierung und Erhaltung historischer Ziegeldachflächen umgesetzt werden kann - am Beispiel der Wiener
Hofburg. OFI Bau-Experte Dr. Günther Fleischer beantwortete zahlreiche Publikums-Fragen rund um das Projekt.

Nach Abschluss der zweitägigen Veranstaltung gab es am Freitag noch ein „Zuckerl“ für Teilnehmer:innen der Wiener Sanierungstage: Für alle, die noch mehr in architektonische Geschichte eintauchen wollten, gab es eine spannende Führung durchs Parlament mit DI Oliver
Rosenauer und DI Markus M. Zechner.

Tradition mit Zukunftsblick

Neben den abwechslungsreichen Fachvorträgen boten die Wiener Sanierungstage der Branche auch heuer Raum für Diskussionen und persönlichen Austausch. Bei der traditionellen Abendveranstaltung am Donnerstag gab es wieder die Möglichkeit in informellem Rahmen
Gespräche zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen. Einmal mehr haben die Wiener Sanierungstage 2026 ihre Rolle als etablierte Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung unter Beweis gestellt.
Veranstalter Michael Balak: „Die Sanierung bestehender Gebäude ist ein zentraler Hebel zur Erreichung unserer Klimaziele. Umso wichtiger ist es, Wissen zu bündeln, innovative Ansätze zu diskutieren und gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen zu arbeiten.“