Marshall Plan
Umwelt+Bauen

Marshall Plan für die Bauwirtschaft

Do, 14.05.2020

Zukunftsinvestitionen in klimafitten Wohnbau und umweltschonende Infrastruktur sind ein nachhaltiger Weg aus der Corona-Krise und dringend notwendig, um eine drohende Sozial- und Klimakrise abzuwenden.

Während der Finanz- und Wirtschafts-krise 2009 wurde von der Politik ein Schwerpunkt auf Infrastruktur- und Klimapakete gelegt. Schon damals boten die Bausozialpartner (Bundesin-nung Bau, Fachverband der Stein- und Keramischen Industrie, Gewerkschaft Bau-Holz) gemeinsam mit der Um-weltschutzorganisation GLOBAL 2000 einen BAU-Pakt für Österreich an. Auch diesmal hat die Initiative einen eigenen „UMWELT+BAUEN-Marshall-Plan” erarbeitet, um klimafit und be-schäftigungswirksam aus der Corona-Krise zu kommen.

Grundlage sind die Klimaziele 2040

Die Klimaziele der Bundesregierung 2040 sind sehr ambitioniert, dürfen aber keinesfalls der Corona-Krise zum Opfer fallen.

Diesen dreifachen Jackpot – für Klima, Beschäftigte und Arbeitgeber - gilt es einzulösen.

1 Milliarde Euro Zukunftsinvestitionen in den klimafitten Wohnbau lösen nicht nur 2,5 Milliarden Euro an Staatseinnahmen sowie 136.000 Arbeitsplätze aus, sondern sind auch ein nachhaltiger Weg aus der Corona-Krise und schützen unsere Umwelt.

Kurzfristige Maßnahmen im Bereich der Sanierung

  • Maßnahmenpaket zur Anhebung der Sanierungsrate auf 3 Prozent durch Ausbau der Förderungen für thermische Sanierung Kurzfristig muss das Fördervolumen verdoppelt werden, mittelfristig brauchen wir als Klimaschutzmaßnahme eine jährliche Sanierungsmilliarde. Das erfordert auch eine Weiterentwicklung des bewährten Bundessanierungsschecks in einen „Sanierungsscheck NEU“. Dieser muss kurzfristig auf mindestens 300 Mio. Euro aus Bundesmitteln aufgestockt werden.
  • 100 Prozent Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel für klimafitten Neubau und klimaschonende Sanierung
    Alleine diese Maßnahme löst Zukunftsinvestitionen in der Höhe von 2,7 Milliarden Euro aus, ohne dass dafür zusätz-liche öffentliche Mittel verwendet werden müssen.
  • Neues Sanierungsprogramm für Gebäude in öffentlichem Besitz und Förderscheck für seniorengerechtes Sanieren von Bestandswohnungen

Finanzierungsvorschläge

  • Jährliche Klimaschutzmilliarde, finanziert aus öffentlichen Mitteln
  • Wiederbelebung der Wohnbauinvestitionsbank (WBIB), finanziert aus EU-Mitteln
  • Co-Finanzierung aus dem 500-Milliarden-Euro-EU-Hilfspaket zur Corona-Krise
  • 100 % Zweckbindung der Wohnbauförderungsbeiträge
  • Wohnbauförderungsdarlehen müssen mit attraktiven Angeboten vorzeitig zurückbezahlt werden können, um mit diesen freien zusätzlichen Mitteln neue Wohnbauprojekte zu finanzieren und so leistbaren Wohnraum zu schaffen.

Kurzfristige Maßnahmen für umweltschonende Infrastruktur

  • Ausbau der Schiene in Österreich
  • Sanierung der Straßen in Österreich
  • Ausbau der Radinfrastruktur in Österreich

Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über die öffentliche Hand.

Mittelfristige Zukunftsinvestitionen - Klimafitter Wohnbau

  • Sozial gerechte Umsetzung ordnungsrechtlicher Maßnahmen
    Dazu gehört eine verpflichtende Sanierung der obersten Geschossdecke. Für die Umrüstungsmaßnahmen muss es at-traktive und sozial gestaffelte Förderungen geben.
  • Erstellung von Gesamtsanierungskonzepten
    Die Erstellung von Sanierungskonzepten muss kostenlos sein, damit viele BürgerInnen und Betriebe auf die Notwendig-keit und die Vorteile der Sanierungen aufmerksam gemacht werden können
  • Revitalisierung ungenutzter Ortskerne und deren Gebäude

Maßnahmenpaket zur Reduktion fossiler Energie im Gebäudebereich

In Österreich wird noch zwei Drittel der Energie aus fossilen Quellen wie Kohle, Erdöl und Erdgas gewonnen. Eine klimafitte Umrüstung auf erneuerbare Energie sichert neben regionalen Arbeitsplätzen auch eine Unabhängigkeit von ausländischen Energielieferanten

  • Nur durch einen kontinuierlichen Umstieg der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energieträger wie Umgebungswärme, Solarwärme, Biomasse, erneuerbare Fernwärme ist es möglich, die von der Regierung versprochene Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen.
  • Bis 2030 muss dafür der Bestand an Ölheizungen mindestens halbiert werden, das entspricht mindestens 35.000 Ölkesseln weniger pro Jahr.
  • Neben dem Ausstieg aus Öl und Kohle in der Raumwärme ist auch ein Stufenplan zum Ersatz von Gasheizungen zu erarbeiten. Damit bis 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht wird, müssen pro Jahr etwa 45.000 Gashei-zungen gegen klimafreundliche Energiesysteme ausgetauscht werden.
  • Durch sozial gerechte Umsetzung ordnungsrechtlicher Maßnahmen soll dieses Umrüstungsprogramm unterstützt werden. Dazu gehört ein verpflichtender Austausch veralteter fossiler Kessel (älter als 25 Jahre) in angemessenem Zeitraum. Gleichzeitig muss es attraktive, sozial gestaffelte Förderungen geben.
  • Gebäude sind unsere Kraftwerke von morgen. Allein durch den Ausbau von Sonnenenergie auf unseren Dächern (Photovoltaik, Solarthermie) können bis 2030 zusätzlich 25.000 Arbeitsplätze pro Jahr geschaffen werden.

Mehr Informationen - Download ExpertInnenpapier

 

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