Kameraüberwachung auf einer Baustelle
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Österreich ist Europas Hotspot in Sachen Baustellenkriminalität

In Österreich gibt es im europaweiten Vergleich die meisten Vorfälle an Baustellenkriminalität. Das ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen BauWatch Crime Report 2025. Die Experten von BauWatch haben für die Studie 3.900 Entscheider der Branche in zehn europäischen Ländern befragt.

71 Prozent der österreichischen Befragten melden in diesem Zusammenhang einen Anstieg der Kriminalität im Vergleich zum Vorjahr. 77 Prozent der interviewten Bauexperten in der Alpenrepublik verkünden darüber hinaus, dass starker Budgetdruck die Sicherheitslage negativ beeinträchtige.

Aktuelle Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zeigen, dass Kriminalität die österreichische Bauwirtschaft jährlich 20 Millionen Euro kostet. Der BauWatch Crime Report zeigt nun eine dramatische Veränderung in der Art und den Auswirkungen krimineller Aktivitäten. Kriminalität in der Bauindustrie stellt demnach eine große Bedrohung dar, da sie zu enormen Projektverzögerungen, steigenden Sicherheitskosten und Behinderungen beim Ausbau wichtiger Infrastruktur führt. Petra Ehrhard, BauWatch Group Marketing Officer, kommentiert: „Unser Report ist ein Weckruf für Bauindustrie und Politik. Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen allein sind vielerorts unzureichend. Immer wichtiger werden eine frühzeitige Sicherheitsplanung, intelligentere Überwachungstechnologien und gezielte Mitarbeiterschulungen.“

Ergebnisse des BauWatch Crime Reports 2025 für Österreich

Die im BauWatch Crime Report 2025 diskutierten Trends zeigen, dass Baustellenkriminalität ein zunehmendes Problem darstellt. Der Bedarf an robusten und verlässlichen Sicherheitsmaßnahmen ist dringender denn je. Die Studie gibt einen Überblick über regionale Unterschiede hinsichtlich der Kriminalität im Bauwesen. Österreich (71 Prozent) und Frankreich (71 Prozent) verzeichnen den höchsten Anstieg, dicht gefolgt von Deutschland (64 Prozent). Italien (44 Prozent) und Polen (34 Prozent) weisen geringere, aber dennoch deutliche Wachstumsraten auf.

  • Immer ausgefeiltere Taktiken: 65 Prozent der Befragten in Österreich geben an, dass professionelle Taktiken wie das Hacken von Sicherheitssystemen (12 Prozent), das Klonen oder Hacken von digitalen Zugangsdaten (15 Prozent), der Einsatz von Drohnen (9 Prozent) und KI-gesteuerte Betrugsmaschen (12 Prozent) zugenommen hätten.
  • Schutzgeld: 34 Prozent wurden bereits zur Zahlung von „Schutzgeld“ aufgefordert. 15 Prozent erklärten, Schutzgeld gezahlt zu haben.
  • Auswirkungen von Baukriminalität: 68 Prozent sagten, dass gestohlene Geräte und Materialien ersetzt werden mussten, wobei 21 Prozent erklärten, dass Mitarbeiter Ersatz eigenständig kaufen mussten. Neben materiellen Verlusten schadet Kriminalität dem Firmenimage (19 Prozent) und führt zu Arbeitsplatzverlusten (13 Prozent). 41 Prozent der Projekte verzeichneten Verzögerungen aufgrund von Baukriminalität, 14 Prozent der Projekte haben ihr Budget deswegen überschritten.
  • Saisonale Unterschiede: Drei von vier österreichischen Befragten melden einen deutlichen Anstieg der Kriminalität im Winter.
  • Diebesgut: In Österreich sind kleine Werkzeuge und Geräte (71 Prozent), Kupfer (55 Prozent) und Kabel (55 Prozent) die am häufigsten gestohlenen Güter auf Baustellen. Dies führt zu Verzögerungen bei Energie- und Telekommunikationsprojekten und bremst die Bemühungen um Klimaneutralität, zuverlässige Konnektivität und moderne Infrastruktur.
  • Sicherheitsmaßnahmen: Temporäre Zäune (59 Prozent), Warnschilder (49 Prozent) und Sicherheitskameras (30 Prozent) sind die am häufigsten eingesetzten Maßnahmen zur Verhinderung von Diebstahl und Vandalismus auf österreichischen Baustellen.
  • Sicherheitsbewusstsein: Doch es gibt auch Positives zu vermelden. Österreichische Unternehmen zeigen demnach ein höheres Bewusstsein und eine größere Reaktionsfähigkeit. 43 Prozent führen wöchentliche Sicherheitskontrollen durch, gegenüber 31 Prozent EU-weit. Zudem ist die Hälfte der Befragten der Meinung, dass Sicherheit bereits in der Projektplanungsphase berücksichtigt werden sollte.

Hierfür plädieren auch die Experten von BauWatch. Petra Ehrhard führt aus: „Jedes Projekt sollte mit einer umfassenden Risikobewertung beginnen. Sichtbare Lösungen wie mobile Kameratürme und stabile Umzäunungen können Straftaten verhindern, bevor sie überhaupt begangen werden. Gleichzeitig bieten neue Technologien wie intelligente Überwachungssysteme, KI-gestützte Analysen und Fernüberwachung leistungsstarke und kostengünstige Möglichkeiten, wertvolle Vermögenswerte auch bei knappen Budgets zu schützen.“

Viele österreichische Bauunternehmen setzen in puncto Sicherheit auf vorausschauende Maßnahmen – und liefern damit Best-Practice-Beispiele, von denen andere europäische Länder profitieren können. BauWatch unterstützt diese Bemühungen mit skalierbaren und flexiblen Baustellenschutzlösungen, die auf die besonderen Anforderungen des österreichischen Marktes zugeschnitten sind.

Über den BauWatch Crime Report 2025: Die Studie wurde im März und April 2025 vom Marktforschungsinstitut OnePoll durchgeführt. Die Stichprobe umfasst 3.900 Branchenexperten der Bauindustrie. Die Befragten kommen aus Deutschland, Österreich, Italien, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Belgien, Polen, den Niederlanden und Irland. Zu den untersuchten Bereichen gehören Gewerbebau, gewerbliche Immobilienverwaltung, Energie, Wohnungsbau und Renovierung, Infrastruktur, kaufmännische Leitung und Vertragsmanagement.

Der Report kann hier heruntergeladen werden: Bauwatch Crime Report 2025