Schnellwechselsystem: 25 Jahre Werkzeugwechsel aus der Kabine
Das Schnellwechselsystem Likufix wurde 2001 erstmals öffentlich präsentiert. Der Hydraulik-Kupplungsblock ermöglicht es, hydraulische und elektrische Anbauwerkzeuge direkt aus der Fahrerkabine zu wechseln. 25 Jahre später ist die Technik bei Hydraulik- und Abbruchbaggern ebenso verfügbar wie bei Umschlagmaschinen, Radladern, Industriemaschinen und weiteren Geräten aus der Liebherr-Firmengruppe.
Beim Wechselvorgang werden die hydraulischen und elektrischen Verbindungen automatisch gekoppelt beziehungsweise getrennt. Ausgelöst wird der Vorgang per Knopfdruck, laut Hersteller dauert er nur wenige Sekunden. Das manuelle An- und Abkuppeln von Hydraulikschläuchen entfällt. Das verkürzt die Rüstzeiten und erhöht die Auslastung der Maschine. Spürbar wird das vor allem bei Einsätzen, in denen Anbauwerkzeuge im Tagesverlauf häufig gewechselt werden.
Sicherheit beim Kuppeln
Neben der Zeitersparnis war die Arbeitssicherheit von Beginn an ein zentrales Entwicklungsziel. Weil der gesamte Wechsel aus der Kabine heraus erfolgt, muss sich während des Kupplungsvorgangs niemand im Gefahrenbereich der Maschine aufhalten. Elektronische Sensoren überwachen die Position der Verriegelungsbolzen sowie die korrekte Lage des Anbauwerkzeugs. Den Verriegelungszustand meldet das System dem Maschinenführer über optische und akustische Signale.
2016 wurde der hydraulische Schnellwechseladapter mit Erkennung der Ausrüstungsverriegelung mit dem EuroTest-Preis der BG BAU ausgezeichnet, der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft in Deutschland. Prämiert wurden damit vor allem die Sicherheitsfunktionen, die eine unvollständige Verriegelung des Anbauwerkzeugs erkennen und anzeigen.
Schnellwechselsystem für Bagger, Radlader und Kräne
Ursprünglich war LIKUFIX für Hydraulikbagger konzipiert. Für Mobil- und Raupenbagger sowie Umschlagmaschinen gibt es heute die Baugrößen 33, 48, 66 und 77. Neu im Programm sind die Varianten Likufix 33-9 und LIKUFIX 48-10. Sie bieten zusätzliche Hydraulik-, Schmier- und Signalverbindungen und sind damit für komplexere Anbauwerkzeuge ausgelegt.
Bei Radladern ist das System für zahlreiche Modelle erhältlich: die Compactlader L 504 bis L 508, die Stereolader L 507 und L 509, die mittelgroßen Radlader L 526 bis L 546 sowie die Modelle L 550 XPower bis L 580 XPower. Für Compact- und Stereolader gibt es optional einen zweiten Kupplungsblock. Über ihn lässt sich ein weiterer Hydraulikkreis anschließen, etwa für den Betrieb einer Rüttelplatte oder eines Schneeschilds.
Für Industriemaschinen stehen die hängenden Schnellwechsler MH 40 LIKUFIX und MH 110 LIKUFIX zur Verfügung. Innerhalb der Liebherr-Gruppe ist die Kupplungstechnik zudem mit den großen Fahrzeugkranen aus dem Werk Ehingen und mit Drehbohrgeräten aus dem Vorarlberger Werk Nenzing kompatibel. Auch außerhalb der Firmengruppe wird das System eingesetzt.
Modulare Basis für künftige Maschinengenerationen
Abgeschlossen ist die Entwicklung laut Liebherr nicht. Steigende Anforderungen an Sicherheit, Effizienz und Digitalisierung sollen weitere Entwicklungsschritte anstoßen. Die modulare Architektur des Systems ist darauf ausgelegt, zusätzliche Funktionen und Schnittstellen aufzunehmen. Damit soll die Technik auch mit kommenden Maschinengenerationen kompatibel bleiben.