Betonhochhaus

Begrünte Hochhäuser

Die Aufgabenstellung (ein Hochhaus mit Begrünung in der Seestadt Aspern) war laut Jury „sehr fordernd, selbst für gestandene Planerteams“. Trotzdem gab es insgesamt 15 Einreichungen.

Die Concrete Student Trophy wird 2020 zum 15. Mal von einer Interessengemeinschaft bestehend aus Bauunternehmen und -verbänden unter der fachlichen Begleitung österreichischer Universitäten und Fachhochschulen sowie mit inhaltlicher Unterstützung der Stadt Wien, der Wien 3420 aspernDevelopment AG und des Innovationslabors Grünstattgrau vergeben.

Das Projekt soll in seiner Gesamtheit positive Auswirkungen auf den umgebenden Stadtraum – insbesondere in stadtklimatischer Hinsicht – aufweisen. Eine attraktive Gestaltung der Sockelzone sowie des unmittelbaren Umfeldes soll sich positiv auf die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum auswirken. Im Folgenden die Kurzvorstellung der Projekte und Teams (A=Architektur, B= Bauingenieur).

Platz 1: Capa Verde (TU Graz)

Team: Christian Brügel (A), Thomas Heinrich (B), Julia Ober (B)

Das entwickelte Gebäude wirkt in Bezug auf seine gesamte äußere Erscheinungsform bestechend selbstverständlich und ausdrucksstark. Es fügt sich städtebaulich unaufdringlich, jedoch sehr elegant in die prominente Lage am See ein und wirkt als attraktiver Wohnturm überzeugend. Die Verbindung von Architektur und Begrünung ist sehr gut gelungen. Sehr spannend und innovativ wird die Lösung mit Öffnungen in den auskragenden Scheiben zur Unterbringung größerer Bäume gesehen. Fassadengliederung und Begrünung vermindern zudem die Auswirkungen sommerlicher Überhitzung und verbessern durch die Rauigkeit die Aufenthaltsqualität der wohnraumbezogenen Freiräume.

Hochhaus aus Beton

Platz 2: Living Tetris (TU Wien)

Team: Denise Jarabe (A), Daniel Wistrčil (A), Dominik Neugebauer (B)

Durch den modulartigen Aufbau (Tetris-Konzept) entstehen abwechslungsreiche Übergänge, aber auch viele Hüllflächen. Die Jury lobt die differenzierten und unterschiedlichen Wohnungsgrößen und das sehr direkte Grundkonzept der Wegeführung. Die Begrünung an der tragenden Konstruktion ist, insbesondere durch Unterstützung der tragenden Wirkung, günstig realisierbar. Verschiedene trog- und wandgebundene Begrünungssysteme sind so angeordnet, dass ein hohes Maß an Erlebbarkeit und Nutzbarkeit sowohl in privaten Bereichen als auch nach außen zu erwarten ist.

Haus das an Tetris erinnert

Platz 3: Ein Familienhaus (TU Wien)

Team: Andreas Ramsmaier (A), Birk Stauber (A), Clemens Frey (B)

Das Konzept entspricht dem Trend des allgemeinen Wunsches nach einem Haus mit Garten, gelöst als bauplatzsparender Ansatz. Der Grundkörper des Einfamilienhauses wird gestapelt. Jedes Einfamilienhaus hat einen eigenen Garten, ist zweigeschossig und auskragend organisiert. Jeweils drei Einfamilienhäuser spannen pro Geschoss einen Dorfplatz auf. Dieser Gemeinschaftsbereich ist frei bespielbar und durch die in den Trögen gepflanzten Bäume großzügig begrünt. Städtebaulich steht das Gebäude sehr schlüssig am Bauplatz und ergänzt die Umgebung.

Hochhaus mit Gärten

Platz 4: Grüne Spirale (TU Wien)

Team: Petar Stanojevic (A), Petar Palibrk (A), Milan Jovic (B)

Die Jury lobt die bestechende Idee der Spirale von geschoßweise versetzten und mittels Treppen miteinander verbundenen Freiräumen. Durch das Andocken dieser Freiflächen an die Stiegenhäuser erhalten diese eine – gerade in Hochhäusern wichtige – zusätzliche Qualität (Belichtung, Ausblick) und Erweiterung mit gemeinschaftlich nutzbaren Flächen. Die Fassadengliederung führt zu Eigenverschattung, was der sommerlichen Überhitzung entgegenwirkt. Die Grünstrukturen sind ausgewogen, für private wie auch gemeinschaftliche Nutzungen zugeordnet und angemessen dimensioniert.

Rendering Hochhaus aus Beton

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