Das Podium: Armin Daneshgar, Reinhold Sahl, Caroline Rodlauer, Reinhold Lindner, Andreas Pfeiler
© Richard Tanzer/FVSK

Mineralische Baustoffe und die Zukunft des Bauens: 10 Jahre Massiv! Inside

Zehn Jahre Massiv! Inside: Mineralische Baustoffe stehen im Mittelpunkt einer hochkarätigen Jubiläumsfeier, bei der Fachleute aus Architektur, Denkmalpflege und Stadtplanung über integrales Planen, urbane Nachverdichtung und leistbaren Wohnbau diskutierten.

Beim Jubiläum des Architekturmagazins Massiv! Inside trafen am 29. Juni 2026 im Radisson Blu Triest Hotel in Wien führende Fachleute zusammen. Mineralische Baustoffe standen im Zentrum der Diskussion – als langlebige, widerstandsfähige und ressourcenschonende Grundlage für zeitgemäße Architektur und nachhaltiges Bauen.

Mineralische Baustoffe: Langlebig, robust und ressourcenschonend

Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands Steine-Keramik, eröffnete die Veranstaltung mit einer klaren Botschaft: „Mineralische Baustoffe und massive Architektur waren der Inbegriff der Moderne, sie waren immer zeitgemäß und sind es auch heute." Innovative Planende kennen diese Qualitäten und arbeiten damit. Die aktuelle Jubiläumsausgabe von Massiv! Inside illustriert dies anhand prominenter Projekte. Das Magazin erscheint künftig unter dem Namen „Mineralisch Massiv! Inside".

Historische Bausubstanz weiterentwickeln

Caroline Rodlauer von Rosa Architektur verwies auf die Villa Beer in Hietzing als Beispiel für menschenfreundliche Architektur, die bereits vor fast 100 Jahren visionär gedacht wurde. Nach aufwändiger Restaurierung wurde die Villa im März 2026 wiedereröffnet. „Umbauen statt neu bauen gehört zu den nachhaltigsten Formen des Bauens", erklärte die Ortsbildsachverständige. Stimmige Nachverdichtung vermeidet Bodenversiegelung und ermöglicht die Weiterentwicklung gewachsener Stadtstrukturen.

Mineralische Baustoffe in der Bestandssanierung: Bewährte Qualitäten

Burghauptmann Reinhold Sahl betonte die Vorzüge historischer Bausubstanz: „Sanierung und neue Nutzungen von Bestand wird immer mehr zu einer reizvollen Perspektive." Die Burghauptmannschaft Österreich saniert zahlreiche historische Gebäude – viele mit Eigenschaften, die heute kaum reproduzierbar wären. Langer Lebenszyklus, robuste Statik und bewährte Bauphysik: „Im historischen Bestand zeigt sich, wie leistungsfähig mineralische Baustoffe sind", so Sahl.

Aufstockung und Verdichtung: Bis zu 200.000 Wohnungen auf Wiens Dächern

Armin Mohsen Daneshgar von Daneshgar Architects präsentierte das Potenzial von Aufstockung und urbaner Verdichtung. Auf bestehenden Dachflächen Wiens sei Platz für bis zu 200.000 Wohnungen – enormes Potenzial für leistbaren Wohnraum ohne zusätzliche Bodenversiegelung. „Die Zukunft des Bauens liegt nicht im Gegensatz zwischen Bestand und Neubau, sondern in der intelligenten Weiterentwicklung dessen, was bereits vorhanden ist", betonte Daneshgar.

Mineralische Baustoffe als klimatische Antwort

Ein Beispielprojekt aus der Jubiläumsausgabe zeigt sozialen Wohnbau in Platja d'en Bossa südlich von Ibiza-Stadt: Massive Baustoffe dienen als Basis für Strukturen, die sich selbst kühlen. Robuste Materialien leiten Luftströme und machen energieintensive Klimaanlagen obsolet – ein zukunftsweisendes Konzept angesichts zunehmender Hitzeperioden.

Das Magazin Massiv! Inside ist abrufbar unter: www.baumassiv.at/publikationen/massiv-inside-magazin