Drees & Sommer
Gerald Herndlhofer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Drees & Sommer Österreich, Marc Schömbs, Vorstand von Drees & Sommer in Deutschland, Nicole Rumpler, Geschäftsführerin von Drees & Sommer Österreich in Tirol, Patrick Weber, Landesinnungsmeister Bau in der Wirtschaftskammer Tirol, und Standortleiter Stefan Unterberger (v. li.)
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Vorsichtig positiver Ausblick auf das Immo- und Baujahr 2026

Motiviert, optimistisch, agil: So lässt sich die Atmosphäre beim Netzwerk-Treff im Office von Drees & Sommer Innsbruck zusammenfassen. Unternehmen aus der Bau- und Immobilienbranche nutzten die Gelegenheit zum intensiven Austausch über Chancen und Herausforderungen im Jahr 2026.

"Alle sind motiviert und vorsichtig optimistisch. Die Branche hat ihre Hausaufgaben gemacht und ist heute agiler denn je", resümiert Nicole Rumpler, Geschäftsführerin von Drees & Sommer Österreich in Tirol.

Die positive Stimmung beim Event steht in bemerkenswertem Kontrast zu den aktuellen Konjunkturdaten. Doch genau darin zeigt sich die Widerstandsfähigkeit der Branche: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben die Unternehmen Wege gefunden, sich anzupassen und nach vorne zu blicken.

Hochkarätige Gäste und intensive Gespräche

Neben zahlreichen Experten und Brancheninsidern waren auch Gerald Herndlhofer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Drees & Sommer Österreich, und Marc Schömbs, Vorstand von Drees & Sommer in Deutschland, angereist. In den Gesprächen wurden aktuelle Trends wie digitale Prozesse, nachhaltiges Bauen und innovative Projektmanagement-Methoden diskutiert.

"Der Austausch ist enorm wichtig, um gerade bei komplexen Bauvorhaben Lösungen zu finden und gemeinsam die Region voranzubringen. Heute Abend wurden gute Gespräche geführt – wir freuen uns schon auf die Fortsetzung des Formats", ergänzt Rumpler. Die Veranstaltung machte deutlich: Vernetzung und Zusammenarbeit sind in volatilen Zeiten wichtiger denn je.

Die Herausforderungen: Was die Branche bewegt

Die Teilnehmer des Events kennen die Herausforderungen aus erster Hand: strengere regulatorische Anforderungen, schwankende Marktbedingungen und ein schwer planbares Kostenmanagement angesichts volatiler Zeiten prägen den Alltag. Doch woher rühren diese Schwierigkeiten genau?

Die neuesten Konjunkturdaten zeichnen ein klares Bild: Laut aktueller WIFO-Schnellschätzung ging die Wertschöpfung in der Bauwirtschaft im vierten Quartal 2025 um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück. Damit setzt sich die negative Entwicklung fort, die die Branche seit 2022 belastet. Besonders der Wohnbau leidet unter den Folgen der Zinswende und restriktiver Kreditvergabebedingungen.

Während die österreichische Gesamtwirtschaft im vierten Quartal 2025 ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent verzeichnete und der Dienstleistungssektor positiv abschnitt, blieb die Bauwirtschaft im Rückwärtsgang.

Statistik Austria verzeichnet für die Jahre 2022 bis 2024 einen kumulierten Rückgang der Bauinvestitionen um 16 Prozent gegenüber 2021. Die Gründe sind vielfältig: hohe Material- und Energiepreise, kostspielige Tarifabschlüsse, ein hohes Zinsniveau und Kreditvergaberestriktionen durch die inzwischen ausgelaufene KIM-Verordnung haben der Branche schwer zugesetzt.

Für das Gesamtjahr 2025 rechnen Experten mit einem Rückgang des Bauvolumens um 0,5 Prozent, wobei der Wohnbau mit minus 1,6 Prozent am stärksten betroffen ist. Lediglich der Tiefbau zeigt sich mit einem Plus von 1,1 Prozent widerstandsfähiger.

Regionale Unterschiede: Tirol zeigt Resilienz

Die Situation in Tirol präsentiert sich differenzierter als im österreichischen Durchschnitt. Laut aktuellem Konjunkturbarometer der Wirtschaftskammer Tirol liegt die Bauwirtschaft mit minus zwei Prozent zwar leicht im negativen Bereich, zeigt aber im Vergleich zum Bundesschnitt eine gewisse Resilienz. Stefan Garbislander, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik & Strategie der WK Tirol, spricht von "spürbaren Erholungstendenzen" in der Tiroler Wirtschaft. Für 2026 wird ein reales Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent erwartet – deutlich mehr als der österreichische Durchschnitt von etwa einem Prozent.

Der Tiroler Arbeitsmarkt profitiert derzeit von einer gut laufenden Bauwirtschaft in den Wintermonaten und einer sehr starken Tourismussaison. Die Arbeitslosenquote liegt im Jänner 2026 bei nur 4,9 Prozent – der niedrigste Wert im österreichweiten Vergleich (Österreichschnitt: 8,8 Prozent).

Warum die Stimmung beim Event dennoch positiv war

Doch worauf gründet der vorsichtige Optimismus, der beim Drees & Sommer Event spürbar war? Die Antwort liegt in mehreren positiven Signalen, die sich für 2026 abzeichnen.

Trotz der schwierigen Ausgangslage mehren sich die Anzeichen für eine Stabilisierung. Das WIFO konstatiert, dass sich die Einschätzungen seit Sommer/Herbst 2024 nicht weiter eingetrübt haben. WIFO-Ökonom Michael Klien sieht die Branche auf dem Weg aus der Krise: "Die von uns angekündigte Stabilisierung ergibt sich einerseits aus den Produktionszahlen von Statistik Austria, wo die Rückgänge im Jahresverlauf 2024 sukzessive zurückgegangen sind."

Für 2026 prognostizieren verschiedene Institutionen eine leichte Erholung:

  • Die Wirtschaftskammer Österreich erwartet ein Plus von 1,6 Prozent
  • Das WIFO rechnet mit einem Wachstum zwischen einem und zwei Prozent
  • Die Europäische Kommission geht von einem Plus von 2,2 Prozent bei den Bauinvestitionen aus

Mehrere Faktoren könnten zur Belebung beitragen:

  • Zinssenkungen: Die EZB hat den Leitzins bereits mehrfach gesenkt, weitere Reduzierungen werden erwartet
  • Lockerung der Kreditvergabe: Die KIM-Verordnung lief Ende Juni 2025 aus, wodurch Finanzierungen für mehr Interessierte verfügbar sind
  • Öffentliche Investitionen: Für Gebäudesanierung und Heizungstausch stehen bis 2026 fast 2 Milliarden Euro an Bundesmitteln zur Verfügung, zusätzlich zu Fördergeldern der Bundesländer
  • Infrastrukturprojekte: Bahnprojekte, Wärme- und Kältenetze sowie das Recycling von Baustoffen sorgen für Impulse
  • Sanierungsboom: Die Ökologisierung des Gebäudebereichs und der Ausbau erneuerbarer Energien schaffen Nachfrage

Besonders im Bereich der Sanierung zeigen sich positive Tendenzen. Der Handwerkerbonus steht auch 2025 zur Verfügung und wurde 2024 bei Weitem nicht ausgeschöpft. Das Baunebengewerbe konnte in der Sanierung teilweise sogar deutliche Steigerungen verzeichnen.

Drees & Sommer in Westösterreich: Starker Partner für komplexe Projekte

Die Gastgeber des Events bringen selbst umfangreiche Erfahrung in der Region mit. Drees & Sommer hat seine Präsenz in Westösterreich im Jahr 2022 durch die Übernahme des Projektmanagement-Unternehmens PM1 mit Standorten in Salzburg und Innsbruck erweitert. Nicole Rumpler ist in der Geschäftsführung von Drees & Sommer Österreich insbesondere für die Entwicklung dieser beiden Standorte verantwortlich.

In Westösterreich arbeitet Drees & Sommer neben gewerblichen Bauprojekten besonders stark an der Realisierung von Schul- und Universitätsgebäuden, Forschungseinrichtungen sowie Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen. Zu den Referenzprojekten zählen unter anderem die neue Firmenzentrale von Aldi Süd und das Haus der Physik in Innsbruck. Darüber hinaus gewinnt der Bereich Infrastruktur zunehmend an Bedeutung – ein Segment, das auch 2026 als Wachstumstreiber gilt.

Das international tätige Unternehmen wurde 1970 in Stuttgart gegründet und beschäftigt heute über 6.000 Mitarbeiter:innen an 63 Standorten weltweit. Drees & Sommer Österreich besteht seit 1991 in Wien.

Ausblick: Die Branche ist bereit für die Trendwende

Die Gespräche beim Netzwerk-Treff machen deutlich: Die österreichische Bau- und Immobilienbranche hat sich trotz schwieriger Jahre nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil – die Unternehmen haben die Zeit genutzt, um agiler, effizienter und innovativer zu werden.