Preisverleihung Forschungspreis a3bau
Müller-Hofstetter
Feierliche Verleihung des Forschungspreises für wissenschaftliche Exzellenz mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Ingenieurtag 2018: Forschungspreise verliehen

Der Forschungspreis der Bundessektion IngenieurkonsulentInnen wird an Diplomanden für herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die für Ziviltechniker besonders relevante Themenstellungen behandeln, verliehen.

"Es ist eine Wertschätzung, die uns gut tut", leitete Sektionsvorsitzender Klaus Thürriedl die Verleihung des Forschungspreises für wissenschaftliche Exzellenz 2017 in der Orangerie im Schloss Schönbrunn im Hinblick auf Bundespräsident Alexander Van der Bellen ein, der den PreisträgerInnen persönlich gratulierte, nicht ohne augenzwinkernd über seinen eigenen Bezug zur Branche zu erzählen: " Ich wollte ursprünglich Architekt werden. Als ich aber ins Gymnasium kam, verzweifelte ich am Fach "Darstellende Geometrie" und musste feststellen, dass ich überhaupt über kein räumliches Vorstellungsvermögen verfüge. Das hat sich bis heute fortgesetzt."

Zur aktuellen Diskussion über die Zwangsmitgliedschaft bei den Kammern meinte Van der Bellen: "Man kann schon darüber diskutieren, aber man muss sich die Frage stellen, was tritt an die Stelle der Kammern? Wenn das Lobbyismus ist wie im angelsächsischen Raum, dann bin ich doch für die Kammern."

Würdige PreisträgerInnen

Der Übergang zwischen dem Universitätssystem und dem Arbeitsmarkt gelingt für viele JungakademikerInnen nicht mehr so geradlinig wie noch vor 20 Jahren. Insbesondere zu Beginn der Berufslaufbahn sind auch eine Zunahme zeitlich befristeter Projektarbeiten auf Werkvertragsbasis bei wechselnden Auftraggebern oder befristete Dienstverhältnisse zu beobachten.

JungakademikerInnen bei ihrem Start ins Berufsleben behilflich zu sein, ist ein weiteres Ziel, dass die Bundeskammer mit der Verleihung des Forschungspreises verfolgt. Er soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und zukünftiger ArbeitgeberInnen auf die wissenschaftliche Exzellenz lenken, mit welcher diese JungakademikerInnen ihr Studium abgeschlossen haben.

Forschungspreis-EmpfängerInnen können sich nicht selbst für den Preis bewerben, sondern müssen von ihren universitären BetreuerInnen der Sektion IngenieurkonsulentInnen vorgeschlagen werden. Das garantiert bei der Auswahl aus dem Kreis der Vorgeschlagenen eine kritische Prüfung der getätigten Forschung.

Trotzdem österreichische IngenieurInnen-Leistungen weltweite Beachtung finden, ist ihr Ansehen in der breiten Öffentlichkeit gering. Diese fehlende Aufmerksamkeit schlägt sich in einem bedenklichen Mangel an Nachwuchskräften nieder, obwohl die Nachfrage nach AbsolventInnen technischer Studien ständig steigt.

Dabei bietet sich angehenden ZiviltechnikerInnen ein weites Betätigungsfeld: von der technischen Chemie, dem Maschinenbau, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft über das Bauwesen und die Geodäsie bis hin zur Raumplanung. Auch die Aussichten auf eine gut entlohnte Karriere sind hervorragend: „Für höher qualifizierte Arbeitskräfte, die ja im Berufsfeld Wirtschaft und Technik häufig vorzufinden sind, ist die Nachfrage am Arbeitsmarkt eher günstig, hier spielt auch das Faktum eine Rolle, dass in Österreich ein spürbarer Mangel an hochqualifizierten Fachkräften aus dem MINT-Bereich wie auch dem Bereich des Wirtschaftsingenieurwesens zu konstatieren ist.“

Verantwortung. Unabhängigkeit. Qualität

Staatlich befugte und beeidete Ziviltechnikerinnen und Ziviltechniker sind natürliche Personen, die freiberuflich auf ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Fachgebieten tätig sind – derzeit sind das etwa 169 verschiedene Befugnisse. Die Bezeichnung der Befugnis richtet sich nach dem absolvierten Studium. Nachdem ZiviltechnikerInnen zu keiner ausführenden Tätigkeit berechtigt sind, orientieren sich ihre geistigen und kreativen Leistungen ausschließlich an der bestmöglichen Planung für die AuftraggeberInnen und deren optimaler Beratung.

Wie andere Freie Berufe sind Ziviltechnikerinnen und Ziviltechniker ihren Standesregeln verpflichtet: Diese besagen, dass die Interessen der AuftraggeberInnen gewahrt werden müssen und die beauftragten Leistungen unbeeinflusst von eigenen und den Interessen Dritter zu erbringen sind. ZiviltechnikerInnen sind sowohl von den Herstellern von Bauprodukten unabhängig, als auch von ausführenden Gewerbetreibenden. Das Prinzip lautet: strikte Trennung von Planung und Ausführung!

Die Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen hat bereits 2016 den Forschungspreis eingeführt und damit ein klares Bekenntnis zur Förderung des Nachwuchses der ZiviltechnikerInnen abgegeben. Die ForscherInnen erhalten je eine Unterstützung in der Höhe von 2.500,-€ und als sichtbare Anerkennung eine, platonischen Körpern nachempfundene, Preisskulptur. Den jeweiligen Forschungsthemen entsprechend gratulierten Vertreter der Bundesfachgruppen den PreisträgerInnen und ihren Professoren.

Besonders stolz macht uns, dass unter den PreisträgerInnen 2017 der Frauenanteil bei 37,5% liegt. In etlichen technischen Studienrichtungen ist der Frauenanteil unter den Studierenden über die letzten Jahre angestiegen, jedoch unter den Mitgliedern der Kammer liegt der Anteil bei nur etwa 13%. Diesen Anteil zu erhöhen und Frauen für technische Studien und Berufe zu interessieren ist ein erklärtes Ziel der Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen.

 

Preisträger

Christina Koppelhuber

Andreas Lindner a3bau

Matthias Rudolf

Bernhard Ortner

Anna Galehr

Claudia Kurz

Johannes Falkner

Marco Schwai

 

 

 

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