Kreislaufwirtschaft: Aus Wiener Tunnel wird Wiener Ziegel
Kreislaufwirtschaft vom Feinsten: Ausgangspunkt sind rund 35.000 Kubikmeter hochwertiger Wiener Ton, gewonnen beim Tunnelvortrieb der U2. Statt auf Deponien zu landen, wird das Material von wienerberger aufbereitet und zu vollwertigen Ziegeln verarbeitet – mit allen Eigenschaften, die moderne Baustoffe erfüllen müssen.Aus dem Ton der U2-Verlängerung entstehen so rund 2,8 Millionen Ziegel – produziert in den wienerberger-Werken in Hennersdorf und Göllersdorf und ab Mai regulär im Baustoffhandel erhältlich.
Für wienerberger ist das Projekt ein Meilenstein: Es zeigt, wie aus vermeintlichem Abfall ein hochwertiger Baustoff wird – im industriellen Maßstab und ohne Qualitätsverlust. Johann Marchner, Country Managing Director von wienerberger Österreich, unterstreicht: „Ich möchte betonen, dass es sich hier um keine Pilotziegel handelt, sondern um Standardziegel mit allen erforderlichen Eigenschaften.Sie erfüllen dieselben Qualitätsstandards wie alle unsere Ziegel – bei Statik, Dämmung und Schallschutz – und können genauso für Wohn- und Objektbauten eingesetzt werden.“
Für Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky ist dabei vor allem die Innovationskraft entscheidend: „wienerberger steht für mich für Innovation im Baubereich – dort, wo man ein bisserl mehr Köpfchen einsetzt.“ Marchner ergänzt: „Wir können so die Geschichte Wiens wieder neu entdecken und denken. Das ist der Startschuss für echte Kreislaufwirtschaft.“
Öffi-Stadträtin Ulli Sima betont die Besonderheit des Vorhabens: „Der Teufel liegt oft im Detail. Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt nicht an Normen und Paragraphen gescheitert ist.“ Und weiter: „Das ist eine wirklich wegweisende Kooperation – hier wird aus Abfall ein wertvoller Rohstoff, der direkt wieder in den Baukreislauf zurückgeführt wird.“
Regionale Wertschöpfung und intelligente Logistik
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die regionale Umsetzung: Vom Aushub über die Verarbeitung bis zum fertigen Produkt bleiben alle Schritte in der Region. Dadurch werden Transportwege minimiert und Ressourcen geschont.
Gudrun Senk, technische Geschäftsführerin der Wiener Linien, hebt hervor: „Es geht auch um regionale Wertschöpfung – und darum, dass es zu keinen zusätzlichen Fahrten in der Stadt kommt, weil über den Matzleinsdorfer Platz und die sogenannte ‚Knopflochmethode‘ alles zentral abtransportiert wird.“ Zugleich sieht sie im Projekt ein Signal für die Zukunft: „Mit diesem Beispiel sieht man, was passieren kann, wenn man mutig denkt und anpackt.“
Kreislaufwirtschaft als neues Bauprinzip
Seit März läuft die Produktion in den wienerberger-Ziegelwerken auf Hochtouren und das Ergebnis lautet: 2,8 Millionen Ziegel – genug für rund 1.000 Einfamilienhäusern – aus U2xU5-Aushub. Das qualitativ hochwertige Material wird zentral über den Matzleinsdorfer Platz ausgehoben und von der PORR-Tochter Koller Transporte-Kies-Erdbau GmbH zu den beiden wienerberger Ziegelwerken Hennersdorf bei Wien und Göllersdorf (NÖ) transportiert und dort wie herkömmlicher Ton zu Ziegeln weiterverarbeitet. Aus bisher deponiertem U-Bahn-Aushub entsteht so ein regionaler Baustoff, der höchsten Qualitätsstandards entspricht und mit klassischen Ziegeln aus bestehenden Tongruben vergleichbar ist – ohne Abstriche bei Statik, Dämmung oder Schallschutz.
wienerberger positioniert sich damit einmal mehr als Innovationstreiber der Branche – mit Lösungen, die nicht nur technisch überzeugen, sondern auch ökologische und wirtschaftliche Vorteile verbinden.
Der Wiener U-Bahn-Ausbau wird so nicht nur zum Motor klimafreundlicher Mobilität, sondern auch zum Impulsgeber für eine neue Art des Bauens: regional, ressourcenschonend und kreislauforientiert.