Führungskräfte der APG
APG/Rudi Fröse
vlnr. Gerhard Christiner, Technischer Vorstand APG, Thomas Karall, Kaufmännischer Vorstand APG, Theresia Vogel, Geschäftsführerin Klima und Energiefonds und Wolfgang Hribernik, AIT Head of Center for Energy des AIT Austrian Institute of Technology bei einer Pressekonferenz in Wien zum Thema "Neue Wege in die Stromzukunft"

Neue Wege in die Stromzukunft: Mit Innovationen die Grenzen der Physik neu definieren

Di, 12.11.2019

Wien - Der Klimawandel geht uns alle an: Auch Stromnetzbetreiber wie Austrian Power Grid (APG). Denn die klima- und energiepolitischen Zielsetzungen stellen das Übertragungsnetz sowie das gesamte Energiesystem vor neue Herausforderungen. „Die APG arbeitet bereits heute aktiv daran, erneuerbare Energie intelligent in das Stromsystem zu integrieren“, bringt es Gerhard Christiner, APG Vorstand anlässlich auf den Punkt. Dabei ist die hohe Qualität der Versorgungssicherheit unser Fundament. „Mit Netzausbau alleine – der natürlich unverzichtbar ist – kann die Komplexität der Energiewende aber nicht gemanagt werden. Dafür braucht es in vielen Bereichen Innovationen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern vorantreiben“, ergänzt APG Vorstand Thomas Karall.

Um die Grenzen der Physik neu zu definieren, arbeitet und forscht APG gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology und dem Klima- und Energiefonds an Lösungen für eine nachhaltige Strominfrastruktur. „Wir arbeiten als Innovationspartner mit den Unternehmen an der Konzeption bis zur Umsetzung einer nachhaltigen Energieinfrastruktur – gestützt auf eine einzigartige Laborinfrastruktur am AIT und auf dem Know-how unserer international aktiven Forscher*innen“, sagt Wolfgang Hribernik, Head of Center for Energy des AIT Austrian Institute of Technology. Der Klimawandel zeigt jedoch den dringenden Bedarf für ein weiteres Forschungsfeld auf – die Dekarbonisierung der Industrie. „Hier kommt eine weitere große Herausforderung auf die Strominfrastruktur zu – nämlich die industrielle Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. Mit fast einem Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Österreich ist die Industrie, neben dem Verkehr und der Mobilität, eine entscheidende Größe“, erklärt Hribernik. „Zukünftig sollten wir in Zusammenarbeit mit Übertragungsnetzbetreibern in großen Demoprojekten systemische und technische Lösungen entwickeln, um Flexibilitäten im Stromnetz aus dem industriellen Sektor zu nutzen.“

Theresia Vogel, Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds ergänzt: „Die Dringlichkeit zu agieren liegt auf der Hand: Energieinfrastruktur muss rasch zukunftsfit gemacht werden. Dabei zeichnen sich zwei Stoßrichtungen ab: ein 100 Prozent erneuerbares Energiesystem und die Anpassung an den Klimawandel. An beidem arbeiten wir, indem wir österreichische Unternehmen beim Innovationsprozess von der Technologieentwicklung bis hin zur Markteinführung in einem ganzheitlichen Ansatz unterstützten. Es braucht gemeinsames Handeln und ambitioniertes Budget für Energieinnovationen „made in Austria.“

Innovationsprojekte von Austrian Power Grid

  • Thermal RatingOptimierte Nutzung der Stromnetze unter Berücksichtigung von Umweltparametern wie Wind, Temperatur und Globalstrahlung.
  • Phasenschiebertransformatoren: Spezialtransformatoren, die eine gezielte Steuerung der Stromflüsse im Stromnetz ermöglichen.
  • H2-Future: Hier geht es darum, neue Player in den Regelenergiemarkt einzubinden. Das Ziel ist, den Umgang mit Volatilitäten einfacher zu machen. H2 ist die chemische Formel für Wasserstoff.
  • Flex-Hub: Hier beschäftigt sich APG damit, zusätzliche Flexibilitätsoptionen im Verteilernetz zu erschließen. Ziel ist, die zentrale Bündelung und Bereitstellung von Flexibilitätsoptionen auf einer Plattform, um damit den Zugriff für Bedarfsträger (zum Beispiel Regelenergiemarkt, Engpassmanagement…) zu vereinfachen.
  • Work-Force-Management: Dynamisierung und Prozessoptimierung durch Vereinheitlichung von Arbeitsprozessen in allen Umspannwerken mittels Nutzung robuster, mobiler Endgeräte (Laptop) inkl. maßgeschneiderter Software.
  • Drohnen für autonome Trasseninspektions-Flüge: Die Vorteile liegen in der qualitativen Verbesserung und Effizienzgewinn bei der Instandhaltung, automatisierten Aufnahmen und der Optimierung der Trasseninstandhaltung.
  • ABS4TSO (Advanced Balancing Services for Transmission System Operators)Untersuchung von Möglichkeiten, wie Batteriespeicher zukünftig im Netzbetrieb unterstützen können (sehr kurzfristige Reaktion auf Frequenzabweichungen). Partnerprojekt mit: AIT, TU-Wien, ESEA und Verbund.

 

Geplante Projekte:

     

    • Digitales Umspannwerk: Weitere Digitalisierung in der Steuerung und Vernetzung aller Betriebsmittel im APG-Netz sowie bessere Vernetzung und Generierung von Betriebs- und Anlagenzustandsdaten.
    • Sektorkopplung (zum Beispiel Power-to-Gas): Systemische Analyse der Kopplung von Strom- und Gasinfrastruktur angesichts des Ausbaus künftiger Energieproduktion. Das Stromnetz ist integraler Bestandteil einer gekoppelten Energiezukunft.

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